Würdest Du Dich trauen?

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Frage an die Jungs: würdest du dich trauen, Frauenkleider anzuziehen, um die Mädels besser zu verstehen?

Und an die Mädels unter Euch: könntest du dir vorstellen, in eine Männerrolle zu schlüpfen, um die Männerwelt näher kennenzulernen?

Ich wage zu behaupten, dass sich bei den meisten Männern bei dem Gedanken alleine die Fußnägel aufrollen, und sie diese Vorstellung weeiit von sich weisen. Habe ich recht?

Für die Frauen ist die Idee vielleicht auch eher merkwürdig, aber da Hosen ja schon seit Jahrzehnten unisex sind, ist das gedanklich vielleicht nicht so ganz weit weg.

Aber woran liegt es denn, dass wir auch im Jahr 2018 so in unseren Geschlechterrollen verwurzelt sind? 

Vor nunmehr fast zwei Jahren habe ich bei der High Performance Masterclass von Alexander Hartmann (die für mich lebensverändernd war und ich deswegen nur wirklich jedem!! ans Herz legen kann!! Nähere Infos gibt’s >>> hier  <<<) den Auftritt eines Schauspielers gesehen.

Sein Thema war die gläserne Decke – im Kopf. 

In meinen Notizen dieses Auftritts steht u.a.:

„Wo habe ich gläserne Grenzen im Kopf?

Wo nehme ich mir die Macht oder gebe mir die Erlaubnis, etwas doch zu tun?

Weil ich so tue, als ob etwas schon Wirklichkeit wäre, kommt die Wirklichkeit irgendwann hinterher – wenn ich übe, übe, übe.

Auch verrückte Ideen können ihren Platz finden“

Was diese ganzen Fragen ausgelöst hat, und was das mit Frauenkleidern zu tun hat?

Gaston Florin, der besagte Schauspieler, hat sich vor einigen Jahren in eine Frauenrolle eingearbeitet, Jaqueline.

Und Jaqueline ist mit der Zeit quasi sein zweites Ich geworden.

In seinem Vortrag erzählte Gaston, dass er am Anfang einfach nur als Frau verkleidet war, und sich als eine solche unter Leute gemischt hat, mit Freundinnen ausgegangen ist usw., um uns Frauen zu studieren – unsere Bewegungen, unseren Gang, unsere Ausdrucksweise. Mit dem Ziel, dies alles zu kopieren.

Mit der Zeit hat er sich so in diese Rolle eingefühlt, dass die Menschen um ihn herum nach kurzer Zeit vergaßen, dass eigentlich ein Mann hinter diesem etwas molligen, mittelalten französischen Showgirl steckt.

Und, noch krasser – er fing an, wie eine Frau zu denken und zu fühlen, wenn er Jaqueline war.

Nein, nicht so wie du jetzt denkst – Jaqueline bekam beispielsweise Angst, als sie nach einem Auftritt nachts alleine nach Hause ging, und plötzlich Männerschritte hinter sich hörte.

Und als sie für die Moderation eines mehrtägigen Zauberkongresses angefragt wurde, war ihr erster Gedanke „Was ziehe ich nur an!?!“

Mit anderen Worten: er hat so lange eine Frau „gespielt“, bis niemand mehr den Unterschied erkennen konnte und er in den Augen der anderen zur Frau „wurde“.

Mittlerweile hält Jaqueline Vorträge zum Thema Gender, gibt Workshops für Frauen, die sich im Beruf behaupten wollen und hält Vorträge über Kommunikation zwischen Mann und Frau. Manchmal mit, manchmal ohne „Monsieur Gaston“.

So finden auch verrückte Ideen manchmal einen Platz in unserem Leben…

Wir hatten die verrückte Idee, beide zusammen zu interviewen – und es ist uns gelungen, sie davon zu überzeugen (hat aber nicht allzu lange gedauert – Gastons Spaß am Spiel und der Herausforderungen hat schnell übernommen!)

Und es ist ein extrem spannendes Interview geworden – mir blieb zeitweilig der Mund fast offen stehen, wie Gaston zwischen den Rollen geswitcht ist. Phänomenal!!!

Hör einfach mal rein und überzeuge dich selbst – >>> hier <<< geht es zum Interview!

Wo sind deine gläsernen Grenzen im Kopf? Und an welcher Stelle gibst du dir die Erlaubnis, etwas doch zu tun – trotz der gläsernen Decke?

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