Was ist eigentlich Erfolg?

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Vor fast 18 Jahren lernte ich meinen jetzigen Mann kennen (ich war ungefähr 12 ;-)). Ich fand ihn sofort gut – er war witzig, er war ironisch, er war hilfsbereit. (Ist er übrigens heute noch) Eine Sache, die mich außerdem besonders beeindruckte, war sein Auto: er fuhr einen Mercedes CLK 320. Anthrazit. Sehr schick!

 

Für mich war das ein Zeichen von Erfolg. Aber nicht im Sinne von „Erfolg = Geld“. Sondern im Sinne von, „er ist erfolgreich, also macht er seinen Job offensichtlich gut“.

Und das hat mich beeindruckt.

 

Es gibt verschiedene Definitionen von Erfolg, und jeder hat wohl seine eigene. Vor wenigen Wochen hatten wir Julien Backhaus im Interview (hier geht es übrigens zum Interview). Julien ist 32 und galt als der jüngste Verleger Deutschlands, als er mit 24 den Backhaus Verlag gründete. Heute verlegt er Print- und Online-Magazine wie z.B. das Sachwert Magazin und das ERFOLGMagazin, und interviewt dafür Menschen wie Wladimir Klitschko, Bülent Ceylan und Tokio Hotel. Auf Facebook kann man ihn in seiner Serie „Backhaus Daily“ dabei beobachten, wie er mit seinem Privatjet in der Gegend herumdüst, Vorträge hält und sich mit berühmten Leuten trifft.

 

Kurz: nach allen gängigen Maßstäben würde ich Julien als erfolgreichen Menschen beschreiben.

 

Und natürlich konnten wir uns nicht verkneifen, ihm genau diese Frage zu stellen: „Was ist für dich Erfolg?“. Nicht gerechnet hatten wir mit seiner Antwort, die da lautete: „Erfolg ist für mich Glück“.

 

Erfolg ist Glück. Anders ausgedrückt: ein glücklicher Mensch ist ein erfolgreicher Mensch.

 

Natürlich könnte man argumentieren, dass es leicht ist, glücklich zu sein, wenn jemand so reich ist wie Julien (bzw. so reich ist, wie wir annehmen, dass Julien ist). Aber es gibt ganz bestimmt auch unglückliche Reiche, genauso wie es unglückliche Arme gibt.

 

Wenn wir aber einfach mal von der Hypothese ausgehen, dass Glück erfolgreich macht, sollten wir dann nicht aufhören, uns die Frage zu stellen, „wie werde ich erfolgreich?“, sondern vielmehr fragen, „wie werde ich glücklich?“. Und da Glück ja meistens kein Dauerzustand ist, sondern aus vielen kleinen glücklichen Momenten besteht, könnten wir uns im nächsten Schritt die Frage stellen, „was macht mich glücklich?“. Und wenn wir wissen, was uns glücklich macht, können wir diese Situationen bewusst herbeiführen.

 

Ich weiss zum Beispiel, dass es mich glücklich macht, draußen zu sein. Mich macht es auch glücklich zu schreiben. Und mich macht es glücklich, wenn meine beiden Söhne schön zusammenspielen (was nicht immer der Fall ist).

 

Während ich diesen Text schreibe, sitze ich auf unserem üppig blühenden Balkon (den übrigens mein Mann bepflanzt hat – im Laufe der Zeit hat sich herausgestellt, dass er auch einen grünen Daumen hat :-)), und meine Jungs spielen gemeinsam im Sandkasten. Also: in diesem Augenblick bin ich glücklich!

Wie wäre es, wenn wir einfach viel mehr glückliche Momente sammeln würden – so ganz absichtlich? Wären wir dann nicht alle viel erfolgreicher?

 

Und wie wäre es, wenn wir einfach im Beruf viel mehr Dinge tun, die uns Freude machen? Hätten wir dann nicht viel mehr dieser glücklichen Momente? Und wären wir dadurch nicht viel erfolgreicher? Und – und jetzt wird es ganz verrückt – würden wir dann unseren Job nicht viel besser machen? Und würde dann nicht auch die andere Definition von Erfolg greifen, nämlich, dass erfolgreich ist, wer seinen Job gut macht?

 

Nee, ich glaube, das geht nicht. Zu verrückt die Idee. Vergiss es einfach. 🙂

 

P.S.: Da ich ja nicht nur gerne rede, sondern auch gerne schreibe, hat mir Julien angeboten, einen Artikel für sein ERFOLGMagazin zu verfassen. Cool, oder?

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