Der Glaube kann Berge versetzen..

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Im Talmud, der jüdischen „Bibel“ heißt es:

Achte auf Deine Gedanken, denn sie werden Worte.
Achte auf Deine Worte, denn sie werden Handlungen.
Achte auf Deine Handlungen, denn sie werden Gewohnheiten.
Achte auf Deine Gewohnheiten, denn sie werden Dein Charakter.
Achte auf Deinen Charakter, denn er wird Dein Schicksal.

Was sich wie ein netter Poesiealbumspruch anmutet, birgt aber sehr viel Wahrheit – denn das, was wir denken, wird auch zu unserer Realität. Aber woher kommen unsere Gedanken?  Von unseren Glaubenssätzen. Und woher kommen die? Größtenteils von dem, was wir hören. (Deshalb ist es so wichtig, dass Eltern auf ihre Worte achten, wenn sie mit ihren Kindern sprechen). In diesem Zusammenhang sind Sinnsprüche ganz interessant, denn sie bringen die Gefahr mit sich, Glaubenssätze zu manifestieren. Beispiele gefällig?

  • „Das Leben ist kein Ponyhof“ – was sich zunächst sehr witzig anhört, impliziert aber ziemlich deutlich, dass das Leben hart, aber ungerecht ist, und Spaß und Freude darin keinen Platz hat. Wahrscheinlich auch nicht bei der Arbeit. Das ist sehr schade – denn wir sind der Meinung, dass das Gegenteil der Fall ist: nur, wenn wir Spaß haben an dem, was wir tun, werden wir dies auch wirklich gut machen. Und nur wenn wir die Dinge wirklich gut machen, werden wir damit auch erfolgreich sein (was auch immer die jeweilige Definition von Erfolg ist).
  • „Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr“ (oder auch „Man bringt einem alten Hund keine neuen Kunststücke mehr bei“) – Lernen funktioniert nur im Kindesalter, danach sind wir „ausgelernt“, und sind und bleiben, wie wir sind. Ist das so? Wir wagen es zu bezweifeln. Und wissenschaftliche Erkenntnisse belegen das: der Neurobiologe Gerald Hüther beispielsweise hält ebenso amüsante wie erkenntnisreiche Vorträge zu diesem Thema. Er sagt: wenn du mit Begeisterung und Motivation (da sind wir wieder beim Faktor Spaß!) an eine Sache herangehst, kannst du alles lernen. Zur Veranschaulichung erzählt er in einem seiner Vorträge folgende Geschichte: Ein 80-jähriger Mann verliebt sich unsterblich in eine 60-jährige Chinesin. Diese ist in ihrem heimatlichen Dorf aber so verwurzelt, dass sie nicht dort weg mag. Um die Liebe seines Lebens nicht zu verlieren, zieht er in das Dorf seiner jungen Geliebten. Und nun die Preisfrage: was denkst du, wie schnell der gute Mann Chinesisch lernt?? Wahrscheinlich ziemlich schnell! Also: lass dich nicht kirre machen, wenn du den vermeintlich geistigen Zenit schon überschritten hast und fast-greise 40 Jahre auf dem Buckel hast – wenn du wirklich willst, und mit einer gehörigen Portion Spaß an die Sache herangehst, ist noch nicht alles verloren.
  • „Von nichts kommt nichts“. Okay, du musst jetzt ganz tapfer sein, denn wir müssen dir was sagen.. es fällt uns sehr schwer, weil wir dir nicht wehtun oder deine Träume zerstören wollen, aber wir halten es für unsere Pflicht, es dir zu sagen: den Erfolg „über Nacht“ gibt es nicht… (puh, jetzt ist es raus!) Auch wenn die Sozialen Medien dir das vorgaukeln, und manchmal „plötzlich“ Leute auftauchen und ganz oben sind, von denen du vorher nichts gehört hast. Aber glaube mir: die haben vorher fleißig dafür gearbeitet und viel Zeit in ihren Erfolg investiert. Bestätige ich damit den erwähnten Spruch? Nur bedingt: man muss schon säen, um zu ernten, so ist es nicht. Allerdings sind wir (fast) alle mit der Erwartung groß geworden, dass wir arbeiten müssen, um Geld zu verdienen – und für x Stunden Arbeit Summe y erhalten. Das nennt man „Zeit gegen Geld tauschen“. Es gibt jedoch ganz andere Verdienst- und Einkommensmöglichkeiten (und im Internetzeitalter werden es immer mehr), die zwar einen Einsatz erfordern, aber andererseits die Möglichkeit bieten, sich ein Einkommen zu generieren, dass vom eigenen zeitlichen Aufwand entkoppelt ist. (Einen besonders schönen Überblick bietet Eva Abert in ihrem Orientierungs-Coaching). Und dann kann es passieren, dass man nach einer gewissen Aufbauphase plötzlich aufwacht und feststellt, dass man im Schlaf Geld verdient hat – und plötzlich kommt etwas trotz Nichtstun 😉
  • „Eher passt ein Kamel durch ein Nadelöhr, als dass ein Reicher in den Himmel kommt“. Glaubenssätze über Reiche sind sehr weit verbreitet, und gehen eigentlich immer in die Richtung, dass reiche Menschen habgierig und kaltherzig sind. Manifestiert werden diese Glaubenssätze auch noch durch Bücher, Film und Fernsehen. Erinnerst du dich an den Film „Titanic“? Kate Winslets Rose kommt aus gutem Hause und soll einen reichen Langweiler heiraten. Auf dem Deck der Reichen geht es gesittet, aber langweilig zu. Jack (Leonardo DiCaprio in noch ganz jung) fährt auf dem Unterdeck mit den ganzen Tagelöhnern und den einfachen Leuten – und hat dort jede Menge Spaß. Punkt 1: Reich = steif und langweilig, Arm = fröhlich und frei. Dann geht es weiter: was macht der reiche Schnösel, als die Titanic untergeht? Er schnappt sich ein wildfremdes Kind und gibt es als seines aus, um seinen eigenen A… zu retten, während Jack sein Leben für die geliebte Rose lässt. (Schluchz!)

Aber sind reiche Menschen wirklich habgierig, kaltherzig, egoistisch und langweilig? (Wenn du jetzt JA sagst: wie viele wirklich reiche Menschen kennst du denn? Und wenn es nicht viele sind: woher hast du deine Informationen, wie „die“ sind?). Vielleicht hast du schon von der Bill & Melinda Gates Foundation gehört (die mit Abstand die größte Privat-Stiftung der Welt ist). Auf der Startseite steht in großen Lettern: „Alle Leben haben den gleichen Wert“ und etwas kleiner darunter: „Wir sind ungeduldige Optimisten, die daran arbeiten, Ungerechtigkeit zu verringern“. Könnten Bill Gates und seine Frau eine solche Organisation ins Leben rufen, wenn sie „gerade so“ über die Runden kommen würden? Wohl kaum! Selbstverständlich gibt es habgierige Reiche – aber ebenso habgierige „Normalos“. Vielleicht ist es einfach so, dass es von dem Charakter eines jeden Einzelnen abhängt, wie er oder sie sich verhält, unabhängig vom Grad des Reichtums?

Wir sollten sehr vorsichtig mit dem umgehen, was wir sagen, und noch achtsamer damit, mit welchen Informationen wir unser Gehirn füttern. (Näheres dazu auch in unserer aktuellen Podcastfolge). In seinem Online-Kurs „Thinking into Results“ zeichnet Bob Proctor ein Strichmännchen auf, um zu erklären, wie das mit unseren Gedanken funktioniert:

Der obere, größere Kreis repräsentiert unser Gehirn, unterteilt in zwei Teile (in Wahrheit besteht es natürlich aus mehr Teilen, dies ist eine Vereinfachung zum besseren Verständnis): das Bewusstsein, oder unser Denken, und das Unterbewusstsein, wo unsere Glaubenssätze verankert sind. Unser Körper tut nur das, was unser Gehirn (genauer gesagt unser Unterbewusstsein) ihm anweist, und ist deshalb auf diesem Bild als kleinerer Kreis eingezeichnet.

Nun ist es so, dass wir unser Unterbewusstsein nicht bewusst steuern können. Vielmehr wird das, was wir denken, nach und nach ins Unterbewusstsein sickern, und wenn wir immer wieder ähnliche Dinge denken, wird das einen bestimmten Glaubenssatz hervorrufen – oder einen vorhandenen bestärken und verhärten.

Wie aber entstehen unsere Gedanken? Weitestgehend durch das, was wir erleben, denn darauf sind wir getrimmt. „Schau mal hier!“, haben wir als Kinder gehört. „Hör mal zu!“. So wurden wir dahin erzogen, unser Denken durch unsere äußeren Sinne bestimmen zu lassen – durch das, was wir sehen, hören, riechen, schmecken oder fühlen (also anfassen) können. Wenn wir dann gute Dinge hören, beispielsweise, wenn die Eltern uns beispielsweise immer wieder mit einem „Du schaffst das!“ ermutigen, wird das unser Unterbewusstsein, also unsere Glaubenssätze bestimmen, und wir werden mutig handeln. Wenn wir als Kinder aber ständig hören, dass wir vorsichtig sein sollen, werden wir denken, dass es ja zu gefährlich für uns ist – und werden mit entsprechenden Glaubenssätzen in die Welt ziehen.

Genau so ist es mit den Sprichwörtern (was Hänschen nicht lernt.. usw.). Wenn wir in unserem Leben ständig mit solchen Sprichwörtern konfrontiert werden, und dann auch noch Bücher lesen, Filme schauen, Zeitungsartikel überfliegen, die in ein ähnliches Horn blasen, werden wir unsere Glaubenssätze in genau diese Richtung programmieren.

Umgekehrt ist es auch so, dass unser Denken von unserem Unterbewusstsein beeinflusst wird, d.h. wir denken dass, was unser Unterbewusstsein (basierend auf unseren Erfahrungen und früheren Gedanken) uns vorgaukelt, was die Wirklichkeit ist.

Gleichzeitig werden wir als Kinder dafür abgestraft, wenn wir träumen, und auch unter Erwachsenen sind Tagträume verpönt. Dabei können wir unsere Träume nutzen, um gezielt unsere Glaubenssätze umzuprogrammieren – nämlich in die Richtung, in die wir sie haben möchten. Dafür müssen wir aber unsere Träume mit Bedacht wählen, und uns gezielt dorthin träumen, wo wir einmal hinwollen, wie wir leben wollen, oder wie wir sein möchten.

Ebenso können wir Affirmationen nutzen, um, für uns förderliche, Gedanken immer und immer wieder zu denken. Und so können wir über die Zeit unser Unterbewusstsein lenken. Wie das genau funktioniert? Schreibe dir Sätze auf, die als positive Selbstbestätigungen die Realität darstellen, wie du sie gerne hättest oder wie du sein möchtest. Zum Beispiel „Ich bleibe auch in stressigsten Situationen ruhig und gelassen“, wenn du nicht mehr so oft aus der Haut fahren möchtest. „Ich bin wohlhabend und kann gut mit Geld umgehen“, wenn es dir auf den Keks geht, wie ebendieses dir immer durch die Finger rinnt. Diese Sätze liest du dir selber so oft du kannst vor, sagst sie dir zum Spiegel, schreibst sie immer wieder ab.. Das Unterbewusstsein kann solche Gedanken nicht bewerten – wenn es sie also oft genug hört, glaubt es sie. Und verändert den dazugehörigen Glaubenssatz, baut ihn sozusagen um. Und damit ist die Grundlage gelegt, dass das auch zur Realität wird.

Vielleicht denkst du gerade, dass es ja egal ist, wie die Glaubenssätze aussehen und was das Unterbewusstsein dem Körper vorschlägt, da wir ja einen freien Willen haben und das tun, was wir wollen. Jaaa – aber nein. Wir fällen unsere Entscheidungen nämlich in der Regel nicht rational (also mit dem bewussten Denken), sondern emotional (also mit unserem Unterbewusstsein) – und begründen sie dann im Nachhinein rational. (Wenn du darüber mehr wissen möchtest, hör dir das Interview mit Reimo Schaupp an, der erklärt Entscheidungsprozesse nämlich sehr anschaulich). Warum sonst sollten wir so oft Dinge tun, obwohl wir es eigentlich besser wissen? Beispiel Ernährung: wir wissen genau, dass uns Schokolade nicht guttut – greifen dennoch fast automatisch zum nächsten Riegel. Warum? Weil unser Glaubenssatz ist, das Schokolade uns beruhigt, uns gute Laune macht, oder oder oder. Und um unser Gewissen zu beruhigen, sagen wir uns, „ach, das eine Stück mehr kann ja nicht schaden!“.

Wir handeln also nach dem, was unsere Glaubenssätze uns diktieren, und es erfordert eine große Willenskraft, etwas anderes zu tun. Wenn wir zum Beispiel mit dem Glaubenssatz aufgewachsen sind, nicht gut mit Geld umgehen zu können (weil unsere Eltern das nicht konnten und als Familienwahrheit dargestellt haben, oder weil sie immer wieder betont haben, dass wir darin schlecht sind), wird unser Unterbewusstsein uns immer wieder zu Handlungen verleiten, die genau das belegen – nach dem Motto, „ist ja eh egal – ich kann ohnehin nicht gut mit Geld umgehen“. So wird das Ganze dann zur self-fulfilling prophecy, zur sich selbst erfüllenden Prophezeiung.

Gleichzeitig ist es so, dass unsere innere Haltung (die von unseren Glaubenssätzen und unserem Denken bestimmt ist) unsere Körperhaltung und unsere Ausstrahlung beeinflusst. Denn: ob wir uns gut oder schlecht fühlen, ist ein Resultat unseres Denkens – die ein Resultat unseres Unterbewussten sind. Und das „strahlen“ wir aus (unsere Aura ist messbar, und ändert sich mit unserer Gefühlslage). Andere Menschen nehmen das unterbewusst und intuitiv auf, reagieren darauf und handeln danach. Wenn du beispielsweise voller Selbstzweifel ins Vorstellungsgespräch gehst, wirst du das in der Regel ausstrahlen. Der Personaler spürt das, kann es vielleicht nicht benennen, aber wird dir mit ziemlich großer Wahrscheinlichkeit nicht den Job geben – oft „aus dem Gefühl heraus, dass da etwas nicht stimmt“ (und wird dieses Gefühl aber selbstverständlich rational mit mangelnder Qualifikation begründen).

Mit anderen Worten: es lohnt sich in jedem Fall, genauer hinzuschauen, was deine Glaubenssätze sind. Wie du das machst? Schau auf deine Ergebnisse. Gibt es Dinge in deinem Leben, die nicht so laufen, wie du das möchtest? Überlege, welche Handlungen zu diesen Ergebnissen führen. Dann schau, aus welchen Gedanken diese Handlungen entspringen. Und schon bist du der Sache schon ziemlich nahe gekommen. Und von da aus kannst du dann weiterarbeiten.

Mehr zum Thema? Hör in unsere aktuelle Podcastfolge rein – oder besuche unsere Traumjobschmiede. Denn dort arbeiten wir u.a. an den Glaubenssätzen, die dich davon abhalten, den Job auszuüben, der dir richtig viel Spaß macht. Wir freuen uns auf dich!

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