Goldmarie oder Pechmarie? In 7 Schritten zu einer neuen inneren Haltung

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Warum gibt es Menschen, die immer das kürzere Ende ziehen? Die immer Pech haben im Leben? Die immer alle Krankheiten anziehen, die immer die Montagsmodelle zu erwischen scheinen, die als erste kaputt gehen, und die es immer irgendwie schaffen, in Abteilungen zu geraten, wo die Chefs A..löcher sind, die Kollegen unbequem, und die Arbeit langweilig?

Und dann gibt es Menschen, denen die Sonne aus dem Allerwertesten scheint. Diese haben immer das Glück, tolle Jobs mit netten Kollegen zu ergattern, sie machen immer die tollsten Urlaubsschnäppchen (und haben dann auch noch Glück mit dem Wetter), erfreuen sich bester Gesundheit, Energie und stets guter Laune. Und dann gewinnen sie auch noch im Lotto..

Warum ist das so? Warum ist Glück so ungerecht verteilt? Warum haben manche immer Glück, und andere immer Pech? Oder ist das gar nicht so….?

Neulich las ich meinen Kindern aus einem dicken Märchenbuch vor, das vielleicht dem ein oder anderen noch bekannt ist: Die Märchen der Gebrüder Grimm. Ich habe Märchen immer schon geliebt, und liebe sie heute noch: sie sind unterhaltsam, spannend, und gehen meist gut aus. Sie können auch sehr lehrreich sein (allerdings ist hier manchmal schon Wachsamkeit geboten, weil sie zum Teil alte Glaubenssätze zementieren. Aber seit meinem letzten Blogartikel zum Thema Glaubenssätze bist du ja achtsam mit dem, was du so konsumierst ;-)).

Vor einigen Tagen also kamen wir zum Märchen von Frau Holle. Für alle, die sich nicht mehr so genau daran erinnern können, hier eine Zusammenfassung: nachdem die arme Stieftochter sich mit der Spindel in den Finger gestochen und diese versehentlich in den Brunnen fallen gelassen hatte, wurde sie von ihrer Stieftochter gezwungen, hinterher zu springen, um die Spindel wiederzuholen. Dadurch erreichte sie eine andere Welt: die Welt von Frau Holle. Frau Holle nahm das Mädchen auf, und es half ihr fortan im Haushalt: Daunendecken ausschütteln (da kommt der Schnee her), putzen, waschen usw. Als das Mädchen Heimweh bekam, wurde sie zum Dank mit Gold überschüttet und wurde fortan „Goldmarie“ genannt.

Die böse Stiefmutter wollte für ihre leibliche Tochter dasselbe und schickte sie auch zu Frau Holle. Diese war aber faul, zeterte nur herum und wurde deshalb am Ende ihres Aufenthalts mit Pech belohnt – man nannte sie seitdem „Pechmarie“.

Die Moral von der Geschicht‘? Klar, die Fleißigen werden belohnt, und die Faulen bestraft. Aber wenn du genauer hinschaust, hat das Märchen noch eine andere Bedeutung:

Goldmarie hat das ganze Märchen lang nicht gehadert mit ihrem Schicksal, sondern immer versucht, das Beste aus ihrer Situation zu machen. Ihre Mutter verstarb, ihr Vater heiratete eine hartherzige Frau, die sie die ganze Arbeit machen ließ? Sie verlor trotzdem nicht ihre gute Laune und tat, was getan werden musste. Sie verlor die Spindel im Brunnen? Sie tat, was zu tun war, und sprang hinterher. Ebenso bei Frau Holle – auch hier verrichtete sie die ihr übertragenen Aufgaben voller Hingabe und war ihrer Chefin zudem auch noch eine gute Gesellschaft.

Und Pechmarie? Sie war nicht nur faul, sie war auch noch übellaunig. Und erwartete dafür auch noch eine goldige Belohnung.

Was unterschied die beiden Mädchen? Ihre innere Einstellung.

Es gibt ein schönes englisches Sprichwort: „When life gives you lemons – make lemonade“. Wortwörtlich übersetzt: mach das Beste aus deiner Situation.

Das Leben wird dir immer Zitronen liefern, mal mehr, mal weniger. Deine innere Einstellung dazu wird darüber entscheiden, was du daraus machst (und ob du sie als Zitronen ansiehst oder als Grundzutaten für leckere Limonade). Und genau darin unterscheiden sich Menschen, die „immer“ Glück haben von denen, die „immer“ Pech haben: in der Wahrnehmung und der Bewertung ihrer Situation.

Ich habe mal nachgezählt: pro Sekunde werden ca. 11 Millionen Sinneseindrücke in unserem Gehirn verarbeitet – davon nehmen wir nur ungefähr 40 bewusst wahr. Dass es nur so wenige sind, liegt an der Schutzfunktion des Gehirns (damit wir nicht verrückt werden). Aber welche nehmen wir wahr, und welche nicht? Und: wer entscheidet das?

Verantwortlich für die Entscheidung, welchen Reiz wir wahrnehmen, ist unser limbisches System, das unser instinktives Verhalten steuert. Dabei sind wir einerseits stark von evolutionären Einflüssen geprägt (kann dieser plötzlich auftretende Reiz gefährlich für uns werden? Dann „schiebt“ unser limbisches System ihn in unser Bewusstsein). Andererseits beeinflussen Vorerfahrungen unsere Wahrnehmung, besonders, wenn sie stark emotional geprägt sind. Und zum anderen nehmen wir das wahr, worauf wir einen besonderen Fokus gelegt haben (entweder bewusst und absichtlich, oder aufgrund einer für uns neuen Situation, die unseren Gemütszustand stark beeinflusst, etwa weil wir uns gerade sehr über unser neues Auto freuen und seitdem genau dieses Modell zu Hunderten in der Stadt herumfährt).

Die letzten beiden Punkte sind bedeutsam im Zusammenhang mit „immer“ Glück und „immer“ Pech. Wenn wir das Gefühl haben, dass es „immer nur uns“ trifft, und uns darüber ärgern, frustriert sind, oder sonstwie emotional aufgeladen sind, werden wir beim nächsten Mal, wenn etwas Schlimmes passiert, dieses besonders wahrnehmen und als Bestätigung unserer grundsätzlichen Pechsträhne ansehen. Wenn aber etwas Gutes passiert, werden wir uns zwar darüber freuen, es aber eher als Ausnahme ansehen und uns daran erinnern, dass wir ja sonst immer Pech haben – und damit die Erwartung auf das Negative weiter zementieren.

Genau das passiert, wenn jemand „vom Pech verfolgt“ ist oder „die Sch… magisch anzieht“. Selbstverständlich gibt es Menschen, denen mehr schlimme Dinge passieren als andere – aber auch hier entscheidet die innere Haltung darüber, ob sie sich selbst eher als Goldmarie oder als Pechmarie sehen.

Wie aber können wir unsere innere Einstellung ändern, wenn wir uns nicht länger als Pechmarie fühlen möchten? Der erste Schritt ist zunächst eine bewusste Entscheidung dafür – und die können nur wir selbst für uns fällen. Niemand kann für uns entscheiden, dass wir unsere Einstellung ändern (auch wenn so mancher Ehepartner und so manche Führungskraft das gerne tun würde…). Die Entscheidung liegt bei uns selber, genauso, wie wir die daraus resultierende Arbeit auch selber machen müssen.

Also, Schritt 1: wenn du wirklich Goldmarie sein möchtest, und nicht mehr länger Pechmarie, dann entscheide dich zunächst einmal DAFÜR. Sage dir selber, „mir reicht es, dass ich immer Pech habe / immer mir Schlimmes zustößt / ich immer krank bin“. Hinterfrage aber auch, ob du bereit bist, den Preis dafür zu zahlen. Genießt du vielleicht heimlich die Aufmerksamkeit, die du durch deine notorische Pechsträhne genießt? Die wird dann wegfallen. Willst du das wirklich? Sei dir darüber im Klaren, was du möglicherweise aufgibst. Es wird auch ein ganzes Stück Arbeit auf dich zukommen – nämlich Arbeit an dir selber. Das erfordert Durchhaltevermögen. Willst du dich darauf einlassen? Willst du es GENUG? Dann entscheide dich JETZT.

Schritt 2: Schreibe auf, welche Resultate in deinem Leben dir nicht gefallen. Gehen deine Beziehungen ständig in die Brüche? Bist du finanziell notorisch klamm? Bist du ständig krank?

Schritt 3: Überlege, was DU tust oder getan hast, um diese Resultate herbeizuführen. Lässt du dich zu schnell auf eine neue Beziehung ein, ohne den anderen richtig kennengelernt zu haben? Gibst du dir nicht wirklich Mühe, auf den anderen einzugehen, weil du tief in dir drin glaubst, dass es nicht lohnt, weil die Beziehung ohnehin kaputt gehen wird? Oder gibst du Geld aus, das du nicht wirklich hast, weil dein Konto in den Miesen ist und du denkst, dass es „eh egal“ ist? Oder ziehst du nie einen Schal an, obwohl es minus 20 Grad hat, weil das uncool ist? Beschwerst du dich darüber, dass du schlecht einschlafen kannst, sitzt aber bis nach Mitternacht vor dem Smartphone, der Flimmerkiste oder dem Laptop und ziehst dir irgendwelche Serien rein?

Sei ganz ehrlich mit dir – die Verbindung ist nicht immer so einfach oder offensichtlich wie bei diesen Beispielen, aber wir haben IMMER einen Anteil an dem, was uns zustößt. Dieser Part ist manchmal besonders schwer und auch schmerzhaft. Lass dich darauf ein. Sei ehrlich mit dir – du musst es ja niemandem erzählen J

Wenn du Gewohnheiten identifiziert hast, die mit den unerwünschten Resultaten in Zusammenhang stehen, schreib diese daneben auf den gleichen Zettel.

Schritt 4: nimm ein neues Blatt Papier, und schreibe das Resultat auf, das du dir wünscht – in der Gegenwartsform. „Ich freue mich darüber, dass ich immer genug Geld auf dem Konto habe, um so zu leben, wie ich es mir wünsche“ etwa. Oder: „Ich bin froh und dankbar darüber, dass ich jederzeit voller Energie und Gesundheit stecke“. Formuliere den Satz so, dass DU dich damit wohlfühlst, und feile an jedem Wort. Dieser Prozess kann durchaus eine Weile dauern. Versehe den Satz auch mit einem Datum, bis wann du dieses Resultat erreicht haben möchtest. Wenn du die für dich perfekte Fassung gefunden hast, schreibe sie überall hin – auf ein Kärtchen, das du in der Hosentasche trägst. Auf ein Post-it, das du an den Spiegel klebst. Und sage dir den Satz so oft es geht selber auf. Das ist deine persönliche Affirmation, deine positive Selbstbestätigung.

Schritt 5: nimm ein weiteres Blatt Papier, und gehe nun auf deine Gewohnheiten ein. Welche gute Gewohnheiten kannst du in dein Leben implementieren, um dieses Resultat zu erreichen? Welche schlechten Gewohnheiten kannst du ablegen und in gute Gewohnheiten umwandeln, um so zu leben, wie du möchtest? Schreibe die neuen, guten Gewohnheiten auf.

Schritt 6: nimm den Zettel mit den alten Resultaten und den alten Gewohnheiten und verbrenne ihn. Lies dir die neuen Ergebnisse und deine neuen Gewohnheiten durch, und freue dich über dein neues Leben. Durch das Verbrennen werden sich die Resultate nicht in Luft auflösen – es ist lediglich symbolisch, hat jedoch eine ziemliche Kraft. Fühl dich in die erwünschten Resultate ein, spüre, wie dein Leben sich anfühlt, wenn du das erreicht hast, was du erreichen möchtest. Stelle es dir vor, als ob es schon Realität wäre – und genieße es. Lade es emotional auf, so sehr du kannst.

Schritt 7: setze jeden Tag eine deiner neuen, guten Gewohnheiten in die Tat um. Wenn du deinen Tag planst, plane diese neue Gewohnheit als ein Muss mit ein. Nimm dir regelmäßig den Zettel mit deinem neuen Ergebnis zur Hand, lies ihn dir durch, schreibe das neue Ergebnis wieder und wieder auf. Spüre rein, spüre die Emotion. Das wird dir helfen, neue Gewohnheiten zu verankern und das Ergebnis zu erzielen, das du dir wünscht – nämlich Goldmarie sein. Was auch immer deine persönliche Definition von Goldmarie ist.

Unsere innere Einstellung zu ändern geht in der Regel nicht „einfach so“, auch wenn wir uns (oder andere sich) das manchmal wünschen. Auch ich habe schon Sätze gehört und, ja, ich gebe es zu, auch schon selber gesagt wie, „du musst nur wollen“ oder „das darfst du nicht so eng sehen“ oder „sei doch nicht so negativ“ oder auch „du musst an deiner Einstellung arbeiten“. Wenn eine Person tief im Pechmarie-Modus ist, helfen solche Sätze nicht wirklich. Das Schwierigste ist tatsächlich die Erkenntnis, dass wir selber verantwortlich dafür sind, wie es uns geht und was uns zustößt. Aber ist es nicht auch befreiend zu wissen, dass wir selber etwas TUN können, und unser Schicksal nicht einfach über uns ergehen lassen müssen?

Lasst uns wieder Verantwortung übernehmen: Verantwortung für unsere Einstellung. Verantwortung für unser Wohlbefinden. Verantwortung für unser Leben.

Herzlichst, deine Katja

P.S. Wenn du bereit bist, Verantwortung für DEIN Leben und DEINE Karriere zu übernehmen, dann könnte die Traumjobschmiede für dich genau das richtige sein: www.traumjobschmiede.de

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