Monat: August 2018

Do what you love – love what you do!

Ich mag weiße SUVs, große Hunde, gelbe Kleidungsstücke und Mangos. Ich liebe Sprache – ich rede gerne, schreibe gerne, höre gerne zu, lese gerne. Und ich weiß zu schätzen, wenn jemand Sprache gut einsetzen und sich schön ausdrücken kann. All das sind Vorlieben, Neigungen, Dinge, die ich gerne mag. Aber woher kommt es, dass ich mag, was ich mag – und beispielsweise Grapefruit, Teppichratten und die Farbe Rosa nicht ausstehen kann?

Wir alle haben Dinge, die wir sehr gerne mögen, und Dinge, die wir am allerliebsten den ganzen Tag lang tun würden – und dann gibt es Dinge, bei denen sich uns die Fußnägel hochrollen (und es gibt alles dazwischen). Aber was davon ist tief in uns verankert, ist durch unsere Herkunft geprägt? Und im Gegenzug dazu: welche Vorlieben haben wir uns mit der Zeit erst angeeignet (und welche Vorlieben sind davon tatsächlich unsere eigenen, und unterliegen nicht aktuellen Moden oder Trends, und sind vielleicht von einem geschickten Marketing beeinflusst)?

In einem bestimmten Alter lassen wir uns noch sehr von unserem Umfeld beeinflussen – Teenagern ist es in der Regel immens wichtig, dass sie modisch dem neuesten Trend folgen, und es lastet zum Teil großer Gruppendruck auf denen, die sich nicht die angesagten Marken leisten können oder wollen. Später finden wir dann meist unseren eigenen Stil, wir wissen, was uns steht (und was unsere Röllekes (Ruhrhochdeutsch für „Rollen“ ;-)) am besten verdeckt). Und der Druck der Gemeinschaft sinkt, alle dürfen sich so kleiden, wie sie möchten…. Oder ist das so??  Zumindest, solange wir uns in gewissen Grenzen bewegen und bestimmten Normen und ungeschriebenen Gesetzen folgen.. Wer sich äußerlich sehr unterscheidet von seinem Umfeld, wird vielleicht nicht so offensichtlich gemobbt wie auf dem Schulhof, aber dafür oft genug auf subtilere Art ausgeschlossen. Sich anzupassen wird nach wie vor belohnt – unser Erbe aus der Steinzeit, wo es überlebenswichtig war, dass die Gemeinschaft uns mit in der Höhle schlafen ließ…

Und wie sieht es denn aus mit den Dingen, die wir gerne tun? Tätigkeiten, denen wir gerne nachgehen? Arbeiten, die wir lieben? Sind diese Trends unterlegen? Lassen wir uns beeinflussen von unserer Peergroup? Auf den ersten Blick würde ich „nein“ sagen – aber bei näherem Hinschauen fallen mir die uncoolen Kids ein, die gut in Mathe waren, und die basketballspielenden Jungs, mit denen alle abhängen wollten. Wenn wir dann ins Erwachsenenleben gehen, zieht sich das weiter durch: Versicherungs- und Staubsaugervertreter sind megauncool, Programmierer waren es früher, heute sind sie die coolen Rebellen.. auch hier gibt es Trends und Meinungen, die uns beeinflussen.

Was ist aber nun, wenn dein großes Talent darin liegt, für Kunden die passende Versicherung herauszusuchen und sie dahingehend zu beraten – und dir das auch noch richtig Spaß macht? Oder wenn du es liebst, von Haushalt zu Haushalt zu ziehen, immer neue Menschen kennenzulernen und diesen von dem tollsten Staubsauger der Welt zu berichten? Wie schaffst du es, dich von deinem Umfeld abzugrenzen, dass für dich etwas ganz anderes gewollt hat?

Unsere Vision als Berufsoptimierer ist ja (kurzgesagt) eine Welt, in der alle Menschen damit erfolgreich sind, was ihnen am meisten Spaß macht. Um das zu erreichen, sind drei Schritte nötig:

  1. herausfinden, was dir am meisten Freude macht, wo deine Neigungen und Vorlieben liegen
  2. einen dazu passenden Job finden oder ihn selbst kreieren – sei es im Angestelltendasein oder in der Selbstständigkeit
  3. genug Selbstvertrauen und Mut aufbringen, um diesen Weg auch zu beschreiten, auch wenn die eigenen Glaubenssätze (oder die des Umfelds) laut protestieren.

Einfach, oder? Nein, eben nicht – das ist total schwer. Und, noch viel schwerer: bevor du diese drei Schritte gehen kannst, musst du erst Schritt 0 angehen: den Glauben daran wiedererlangen, dass auch du im Job glücklich sein darfst. Dass es Tätigkeiten und Berufe gibt, die Spaß machen. Dass das geht: morgens aufstehen, und dich auf deinen Arbeitsplatz und deine Kollegen freuen. Und dir gleichzeitig eingestehen, dass deine mangelnde Energie, deine Lustlosigkeit, deine häufigen Kopfschmerzen, deine Magenschmerzen, deine latente Unzufriedenheit daher rühren, dass du an irgendeiner Stelle eine berufliche Entscheidung gefällt hast, die jetzt für dich nicht mehr die richtige ist. Und dass das okay ist. Weil du JETZT neu entscheiden darfst.

Tust du das, was dir am meisten Spaß macht? Oder geht da noch was? Du entscheidest selbst – es geht schließlich um den Rest DEINES Lebens.

Herzlichst, deine Katja

P.S. Du hast Schritt 0 getan, und bist bereit, die nächsten Schritte einzuleiten? Dann schau mal hier vorbei – vielleicht liefert dir das die Impulse, die JETZT für dich GENAU richtig sind: www.traumjobschmiede.de

 

134: Teil 3/3 vom Interview mit Ernst Crameri

 

Vorstellung unseres Interviewgasts:     Ernst Crameri ist Erfolgscoach, Autor, Business-Experte, Begründer von zig Firmen, Top-Speaker im In- und Ausland und Naturkosmetik-Hersteller. Dieses Jahr feiert er zwei Jubiläen, einmal 40 Jahre Unternehmer und 30 Jahre Crameri-Naturkosmetik-Produkte. Gewinner des internationalen Speaker-Awards. Über 1.000 Vorträge vor einigen 100.000 Menschen in unzähligen Unternehmen in 6 Ländern. 67 Bücher, eine anhaltende Beratertätigkeit, immer neue Impulse und Inspiration für Welt und Wirtschaft – das ist Ernst Crameri: Er reflektiert, denkt quer sowie geradeaus, polarisiert, stellt infrage, provoziert. Er kennt wie aus der Westentasche, die vielen Tücken der Selbstständigkeit und was es alles braucht, um entsprechend zum Erfolg zu gelangen.   Was wolltest Du als Kind werden?    Oh da hatte ich tausende von Wünschen, jeden Tag was anderes. Auf alle Fälle wollte ich sehr berühmt werden 😉   Was ist Dein Rat an unsere Hörer, wenn sie noch nicht wissen, welcher Job zu ihnen passt?    Alles auszuprobieren, überall rein zu schnuppern und immer mal wieder was neues zu testen 😉   Die drei wichtigsten Fähigkeiten von Angestellten der Zukunft:   – absolute Flexibilität (zeitlich und in Bezug auf Aufgaben) – Identifikation mit dem Unternehmen – Weiterbildung – nicht Mitarbeiter, sonder Mitmacher und Mitdenker sein   So erreichst du unseren Interviewgast:   crameri@crameri.de www.crameri.de www.ergebnisorientiert.com Podcast: Ergebnisorientiert Crameri Akademie: für nur 1€ 14 Tage lang testen!   Buchempfehlung:   Ernst Crameri: „Die 20 Erfolgsverhinderer“ – kaufe das Buch, und bekomme das Seminar im Wert von 1.700€ kostenlos dazu! Ernst Crameri: „Wieso hast du so wenig Durchhaltevermögen?“   ——————————————————————————————————————————————————————————————————————————-

Du möchtest an einem unserer kostenlosen Webinare teilnehmen, die wir im 14-tägigen Rhythmus zu Bewerbungs- und Karrierethemen veranstalten? Dann melde dich jetzt an unter www.die-berufsoptimierer.de/webinare

 

Oder möchtest du direkt einen Schritt weitergehen, und in unserer Traumjobschmiede lernen, wie du deine Karriere nach deinen eigenen Wünschen selbst gestaltest? Dann informiere dich jetzt über Inhalte und Termine unter www.traumjobschmiede.de

 

133: Teil 2/3 vom Interview mit Ernst Crameri

 

Vorstellung unseres Interviewgasts:     Ernst Crameri ist Erfolgscoach, Autor, Business-Experte, Begründer von zig Firmen, Top-Speaker im In- und Ausland und Naturkosmetik-Hersteller. Dieses Jahr feiert er zwei Jubiläen, einmal 40 Jahre Unternehmer und 30 Jahre Crameri-Naturkosmetik-Produkte. Gewinner des internationalen Speaker-Awards. Über 1.000 Vorträge vor einigen 100.000 Menschen in unzähligen Unternehmen in 6 Ländern. 67 Bücher, eine anhaltende Beratertätigkeit, immer neue Impulse und Inspiration für Welt und Wirtschaft – das ist Ernst Crameri: Er reflektiert, denkt quer sowie geradeaus, polarisiert, stellt infrage, provoziert. Er kennt wie aus der Westentasche, die vielen Tücken der Selbstständigkeit und was es alles braucht, um entsprechend zum Erfolg zu gelangen.   Was wolltest Du als Kind werden?    Oh da hatte ich tausende von Wünschen, jeden Tag was anderes. Auf alle Fälle wollte ich sehr berühmt werden 😉   Was ist Dein Rat an unsere Hörer, wenn sie noch nicht wissen, welcher Job zu ihnen passt?    Alles auszuprobieren, überall rein zu schnuppern und immer mal wieder was neues zu testen 😉   Die drei wichtigsten Fähigkeiten von Angestellten der Zukunft:   – absolute Flexibilität (zeitlich und in Bezug auf Aufgaben) – Identifikation mit dem Unternehmen – Weiterbildung – nicht Mitarbeiter, sonder Mitmacher und Mitdenker sein   So erreichst du unseren Interviewgast:   crameri@crameri.de www.crameri.de www.ergebnisorientiert.com Podcast: Ergebnisorientiert Crameri Akademie: für nur 1€ 14 Tage lang testen!   Buchempfehlung:   Ernst Crameri: „Die 20 Erfolgsverhinderer“ – kaufe das Buch, und bekomme das Seminar im Wert von 1.700€ kostenlos dazu! Ernst Crameri: „Wieso hast du so wenig Durchhaltevermögen?“   ——————————————————————————————————————————————————————————————————————————-

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132: Wie du Ziele erreichst: Interview mit Ernst Crameri

 

Vorstellung unseres Interviewgasts:     Ernst Crameri ist Erfolgscoach, Autor, Business-Experte, Begründer von zig Firmen, Top-Speaker im In- und Ausland und Naturkosmetik-Hersteller. Dieses Jahr feiert er zwei Jubiläen, einmal 40 Jahre Unternehmer und 30 Jahre Crameri-Naturkosmetik-Produkte. Gewinner des internationalen Speaker-Awards. Über 1.000 Vorträge vor einigen 100.000 Menschen in unzähligen Unternehmen in 6 Ländern. 67 Bücher, eine anhaltende Beratertätigkeit, immer neue Impulse und Inspiration für Welt und Wirtschaft – das ist Ernst Crameri: Er reflektiert, denkt quer sowie geradeaus, polarisiert, stellt infrage, provoziert. Er kennt wie aus der Westentasche, die vielen Tücken der Selbstständigkeit und was es alles braucht, um entsprechend zum Erfolg zu gelangen.   Was wolltest Du als Kind werden?    Oh da hatte ich tausende von Wünschen, jeden Tag was anderes. Auf alle Fälle wollte ich sehr berühmt werden 😉   Was ist Dein Rat an unsere Hörer, wenn sie noch nicht wissen, welcher Job zu ihnen passt?    Alles auszuprobieren, überall rein zu schnuppern und immer mal wieder was neues zu testen 😉   Die drei wichtigsten Fähigkeiten von Angestellten der Zukunft:   – absolute Flexibilität (zeitlich und in Bezug auf Aufgaben) – Identifikation mit dem Unternehmen – Weiterbildung – nicht Mitarbeiter, sonder Mitmacher und Mitdenker sein   So erreichst du unseren Interviewgast:   crameri@crameri.de www.crameri.de www.ergebnisorientiert.com Podcast: Ergebnisorientiert Crameri Akademie: für nur 1€ 14 Tage lang testen!   Buchempfehlung:   Ernst Crameri: „Die 20 Erfolgsverhinderer“ – kaufe das Buch, und bekomme das Seminar im Wert von 1.700€ kostenlos dazu! Ernst Crameri: „Wieso hast du so wenig Durchhaltevermögen?“   ——————————————————————————————————————————————————————————————————————————-

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Der Glaube kann Berge versetzen..

Im Talmud, der jüdischen „Bibel“ heißt es:

Achte auf Deine Gedanken, denn sie werden Worte.
Achte auf Deine Worte, denn sie werden Handlungen.
Achte auf Deine Handlungen, denn sie werden Gewohnheiten.
Achte auf Deine Gewohnheiten, denn sie werden Dein Charakter.
Achte auf Deinen Charakter, denn er wird Dein Schicksal.

Was sich wie ein netter Poesiealbumspruch anmutet, birgt aber sehr viel Wahrheit – denn das, was wir denken, wird auch zu unserer Realität. Aber woher kommen unsere Gedanken?  Von unseren Glaubenssätzen. Und woher kommen die? Größtenteils von dem, was wir hören. (Deshalb ist es so wichtig, dass Eltern auf ihre Worte achten, wenn sie mit ihren Kindern sprechen). In diesem Zusammenhang sind Sinnsprüche ganz interessant, denn sie bringen die Gefahr mit sich, Glaubenssätze zu manifestieren. Beispiele gefällig?

  • „Das Leben ist kein Ponyhof“ – was sich zunächst sehr witzig anhört, impliziert aber ziemlich deutlich, dass das Leben hart, aber ungerecht ist, und Spaß und Freude darin keinen Platz hat. Wahrscheinlich auch nicht bei der Arbeit. Das ist sehr schade – denn wir sind der Meinung, dass das Gegenteil der Fall ist: nur, wenn wir Spaß haben an dem, was wir tun, werden wir dies auch wirklich gut machen. Und nur wenn wir die Dinge wirklich gut machen, werden wir damit auch erfolgreich sein (was auch immer die jeweilige Definition von Erfolg ist).
  • „Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr“ (oder auch „Man bringt einem alten Hund keine neuen Kunststücke mehr bei“) – Lernen funktioniert nur im Kindesalter, danach sind wir „ausgelernt“, und sind und bleiben, wie wir sind. Ist das so? Wir wagen es zu bezweifeln. Und wissenschaftliche Erkenntnisse belegen das: der Neurobiologe Gerald Hüther beispielsweise hält ebenso amüsante wie erkenntnisreiche Vorträge zu diesem Thema. Er sagt: wenn du mit Begeisterung und Motivation (da sind wir wieder beim Faktor Spaß!) an eine Sache herangehst, kannst du alles lernen. Zur Veranschaulichung erzählt er in einem seiner Vorträge folgende Geschichte: Ein 80-jähriger Mann verliebt sich unsterblich in eine 60-jährige Chinesin. Diese ist in ihrem heimatlichen Dorf aber so verwurzelt, dass sie nicht dort weg mag. Um die Liebe seines Lebens nicht zu verlieren, zieht er in das Dorf seiner jungen Geliebten. Und nun die Preisfrage: was denkst du, wie schnell der gute Mann Chinesisch lernt?? Wahrscheinlich ziemlich schnell! Also: lass dich nicht kirre machen, wenn du den vermeintlich geistigen Zenit schon überschritten hast und fast-greise 40 Jahre auf dem Buckel hast – wenn du wirklich willst, und mit einer gehörigen Portion Spaß an die Sache herangehst, ist noch nicht alles verloren.
  • „Von nichts kommt nichts“. Okay, du musst jetzt ganz tapfer sein, denn wir müssen dir was sagen.. es fällt uns sehr schwer, weil wir dir nicht wehtun oder deine Träume zerstören wollen, aber wir halten es für unsere Pflicht, es dir zu sagen: den Erfolg „über Nacht“ gibt es nicht… (puh, jetzt ist es raus!) Auch wenn die Sozialen Medien dir das vorgaukeln, und manchmal „plötzlich“ Leute auftauchen und ganz oben sind, von denen du vorher nichts gehört hast. Aber glaube mir: die haben vorher fleißig dafür gearbeitet und viel Zeit in ihren Erfolg investiert. Bestätige ich damit den erwähnten Spruch? Nur bedingt: man muss schon säen, um zu ernten, so ist es nicht. Allerdings sind wir (fast) alle mit der Erwartung groß geworden, dass wir arbeiten müssen, um Geld zu verdienen – und für x Stunden Arbeit Summe y erhalten. Das nennt man „Zeit gegen Geld tauschen“. Es gibt jedoch ganz andere Verdienst- und Einkommensmöglichkeiten (und im Internetzeitalter werden es immer mehr), die zwar einen Einsatz erfordern, aber andererseits die Möglichkeit bieten, sich ein Einkommen zu generieren, dass vom eigenen zeitlichen Aufwand entkoppelt ist. (Einen besonders schönen Überblick bietet Eva Abert in ihrem Orientierungs-Coaching). Und dann kann es passieren, dass man nach einer gewissen Aufbauphase plötzlich aufwacht und feststellt, dass man im Schlaf Geld verdient hat – und plötzlich kommt etwas trotz Nichtstun 😉
  • „Eher passt ein Kamel durch ein Nadelöhr, als dass ein Reicher in den Himmel kommt“. Glaubenssätze über Reiche sind sehr weit verbreitet, und gehen eigentlich immer in die Richtung, dass reiche Menschen habgierig und kaltherzig sind. Manifestiert werden diese Glaubenssätze auch noch durch Bücher, Film und Fernsehen. Erinnerst du dich an den Film „Titanic“? Kate Winslets Rose kommt aus gutem Hause und soll einen reichen Langweiler heiraten. Auf dem Deck der Reichen geht es gesittet, aber langweilig zu. Jack (Leonardo DiCaprio in noch ganz jung) fährt auf dem Unterdeck mit den ganzen Tagelöhnern und den einfachen Leuten – und hat dort jede Menge Spaß. Punkt 1: Reich = steif und langweilig, Arm = fröhlich und frei. Dann geht es weiter: was macht der reiche Schnösel, als die Titanic untergeht? Er schnappt sich ein wildfremdes Kind und gibt es als seines aus, um seinen eigenen A… zu retten, während Jack sein Leben für die geliebte Rose lässt. (Schluchz!)

Aber sind reiche Menschen wirklich habgierig, kaltherzig, egoistisch und langweilig? (Wenn du jetzt JA sagst: wie viele wirklich reiche Menschen kennst du denn? Und wenn es nicht viele sind: woher hast du deine Informationen, wie „die“ sind?). Vielleicht hast du schon von der Bill & Melinda Gates Foundation gehört (die mit Abstand die größte Privat-Stiftung der Welt ist). Auf der Startseite steht in großen Lettern: „Alle Leben haben den gleichen Wert“ und etwas kleiner darunter: „Wir sind ungeduldige Optimisten, die daran arbeiten, Ungerechtigkeit zu verringern“. Könnten Bill Gates und seine Frau eine solche Organisation ins Leben rufen, wenn sie „gerade so“ über die Runden kommen würden? Wohl kaum! Selbstverständlich gibt es habgierige Reiche – aber ebenso habgierige „Normalos“. Vielleicht ist es einfach so, dass es von dem Charakter eines jeden Einzelnen abhängt, wie er oder sie sich verhält, unabhängig vom Grad des Reichtums?

Wir sollten sehr vorsichtig mit dem umgehen, was wir sagen, und noch achtsamer damit, mit welchen Informationen wir unser Gehirn füttern. (Näheres dazu auch in unserer aktuellen Podcastfolge). In seinem Online-Kurs „Thinking into Results“ zeichnet Bob Proctor ein Strichmännchen auf, um zu erklären, wie das mit unseren Gedanken funktioniert:

Der obere, größere Kreis repräsentiert unser Gehirn, unterteilt in zwei Teile (in Wahrheit besteht es natürlich aus mehr Teilen, dies ist eine Vereinfachung zum besseren Verständnis): das Bewusstsein, oder unser Denken, und das Unterbewusstsein, wo unsere Glaubenssätze verankert sind. Unser Körper tut nur das, was unser Gehirn (genauer gesagt unser Unterbewusstsein) ihm anweist, und ist deshalb auf diesem Bild als kleinerer Kreis eingezeichnet.

Nun ist es so, dass wir unser Unterbewusstsein nicht bewusst steuern können. Vielmehr wird das, was wir denken, nach und nach ins Unterbewusstsein sickern, und wenn wir immer wieder ähnliche Dinge denken, wird das einen bestimmten Glaubenssatz hervorrufen – oder einen vorhandenen bestärken und verhärten.

Wie aber entstehen unsere Gedanken? Weitestgehend durch das, was wir erleben, denn darauf sind wir getrimmt. „Schau mal hier!“, haben wir als Kinder gehört. „Hör mal zu!“. So wurden wir dahin erzogen, unser Denken durch unsere äußeren Sinne bestimmen zu lassen – durch das, was wir sehen, hören, riechen, schmecken oder fühlen (also anfassen) können. Wenn wir dann gute Dinge hören, beispielsweise, wenn die Eltern uns beispielsweise immer wieder mit einem „Du schaffst das!“ ermutigen, wird das unser Unterbewusstsein, also unsere Glaubenssätze bestimmen, und wir werden mutig handeln. Wenn wir als Kinder aber ständig hören, dass wir vorsichtig sein sollen, werden wir denken, dass es ja zu gefährlich für uns ist – und werden mit entsprechenden Glaubenssätzen in die Welt ziehen.

Genau so ist es mit den Sprichwörtern (was Hänschen nicht lernt.. usw.). Wenn wir in unserem Leben ständig mit solchen Sprichwörtern konfrontiert werden, und dann auch noch Bücher lesen, Filme schauen, Zeitungsartikel überfliegen, die in ein ähnliches Horn blasen, werden wir unsere Glaubenssätze in genau diese Richtung programmieren.

Umgekehrt ist es auch so, dass unser Denken von unserem Unterbewusstsein beeinflusst wird, d.h. wir denken dass, was unser Unterbewusstsein (basierend auf unseren Erfahrungen und früheren Gedanken) uns vorgaukelt, was die Wirklichkeit ist.

Gleichzeitig werden wir als Kinder dafür abgestraft, wenn wir träumen, und auch unter Erwachsenen sind Tagträume verpönt. Dabei können wir unsere Träume nutzen, um gezielt unsere Glaubenssätze umzuprogrammieren – nämlich in die Richtung, in die wir sie haben möchten. Dafür müssen wir aber unsere Träume mit Bedacht wählen, und uns gezielt dorthin träumen, wo wir einmal hinwollen, wie wir leben wollen, oder wie wir sein möchten.

Ebenso können wir Affirmationen nutzen, um, für uns förderliche, Gedanken immer und immer wieder zu denken. Und so können wir über die Zeit unser Unterbewusstsein lenken. Wie das genau funktioniert? Schreibe dir Sätze auf, die als positive Selbstbestätigungen die Realität darstellen, wie du sie gerne hättest oder wie du sein möchtest. Zum Beispiel „Ich bleibe auch in stressigsten Situationen ruhig und gelassen“, wenn du nicht mehr so oft aus der Haut fahren möchtest. „Ich bin wohlhabend und kann gut mit Geld umgehen“, wenn es dir auf den Keks geht, wie ebendieses dir immer durch die Finger rinnt. Diese Sätze liest du dir selber so oft du kannst vor, sagst sie dir zum Spiegel, schreibst sie immer wieder ab.. Das Unterbewusstsein kann solche Gedanken nicht bewerten – wenn es sie also oft genug hört, glaubt es sie. Und verändert den dazugehörigen Glaubenssatz, baut ihn sozusagen um. Und damit ist die Grundlage gelegt, dass das auch zur Realität wird.

Vielleicht denkst du gerade, dass es ja egal ist, wie die Glaubenssätze aussehen und was das Unterbewusstsein dem Körper vorschlägt, da wir ja einen freien Willen haben und das tun, was wir wollen. Jaaa – aber nein. Wir fällen unsere Entscheidungen nämlich in der Regel nicht rational (also mit dem bewussten Denken), sondern emotional (also mit unserem Unterbewusstsein) – und begründen sie dann im Nachhinein rational. (Wenn du darüber mehr wissen möchtest, hör dir das Interview mit Reimo Schaupp an, der erklärt Entscheidungsprozesse nämlich sehr anschaulich). Warum sonst sollten wir so oft Dinge tun, obwohl wir es eigentlich besser wissen? Beispiel Ernährung: wir wissen genau, dass uns Schokolade nicht guttut – greifen dennoch fast automatisch zum nächsten Riegel. Warum? Weil unser Glaubenssatz ist, das Schokolade uns beruhigt, uns gute Laune macht, oder oder oder. Und um unser Gewissen zu beruhigen, sagen wir uns, „ach, das eine Stück mehr kann ja nicht schaden!“.

Wir handeln also nach dem, was unsere Glaubenssätze uns diktieren, und es erfordert eine große Willenskraft, etwas anderes zu tun. Wenn wir zum Beispiel mit dem Glaubenssatz aufgewachsen sind, nicht gut mit Geld umgehen zu können (weil unsere Eltern das nicht konnten und als Familienwahrheit dargestellt haben, oder weil sie immer wieder betont haben, dass wir darin schlecht sind), wird unser Unterbewusstsein uns immer wieder zu Handlungen verleiten, die genau das belegen – nach dem Motto, „ist ja eh egal – ich kann ohnehin nicht gut mit Geld umgehen“. So wird das Ganze dann zur self-fulfilling prophecy, zur sich selbst erfüllenden Prophezeiung.

Gleichzeitig ist es so, dass unsere innere Haltung (die von unseren Glaubenssätzen und unserem Denken bestimmt ist) unsere Körperhaltung und unsere Ausstrahlung beeinflusst. Denn: ob wir uns gut oder schlecht fühlen, ist ein Resultat unseres Denkens – die ein Resultat unseres Unterbewussten sind. Und das „strahlen“ wir aus (unsere Aura ist messbar, und ändert sich mit unserer Gefühlslage). Andere Menschen nehmen das unterbewusst und intuitiv auf, reagieren darauf und handeln danach. Wenn du beispielsweise voller Selbstzweifel ins Vorstellungsgespräch gehst, wirst du das in der Regel ausstrahlen. Der Personaler spürt das, kann es vielleicht nicht benennen, aber wird dir mit ziemlich großer Wahrscheinlichkeit nicht den Job geben – oft „aus dem Gefühl heraus, dass da etwas nicht stimmt“ (und wird dieses Gefühl aber selbstverständlich rational mit mangelnder Qualifikation begründen).

Mit anderen Worten: es lohnt sich in jedem Fall, genauer hinzuschauen, was deine Glaubenssätze sind. Wie du das machst? Schau auf deine Ergebnisse. Gibt es Dinge in deinem Leben, die nicht so laufen, wie du das möchtest? Überlege, welche Handlungen zu diesen Ergebnissen führen. Dann schau, aus welchen Gedanken diese Handlungen entspringen. Und schon bist du der Sache schon ziemlich nahe gekommen. Und von da aus kannst du dann weiterarbeiten.

Mehr zum Thema? Hör in unsere aktuelle Podcastfolge rein – oder besuche unsere Traumjobschmiede. Denn dort arbeiten wir u.a. an den Glaubenssätzen, die dich davon abhalten, den Job auszuüben, der dir richtig viel Spaß macht. Wir freuen uns auf dich!

131: Was deine Realität mit deinem Denken zu tun hat

Im Talmud, der jüdischen „Bibel“ heisst es:

Achte auf Deine Gedanken, denn sie werden Worte. Achte auf Deine Worte, denn sie werden Handlungen. Achte auf Deine Handlungen, denn sie werden Gewohnheiten. Achte auf Deine Gewohnheiten, denn sie werden Dein Charakter. Achte auf Deinen Charakter, denn er wird Dein Schicksal.

Was sich wie ein netter Poesiealbumspruch anmutet, birgt aber sehr viel Wahrheit – denn das, was wir denken, wird auch zu unserer Realität. Aber woher kommen unsere Gedanken?  Von unseren Glaubenssätzen. Und woher kommen die? Größtenteils von dem, was wir hören. (Deshalb ist es so wichtig, dass Eltern auf ihre Worte achten, wenn sie mit ihren Kindern sprechen). In diesem Zusammenhang sind Sinnsprüche ganz interessant, denn sie manifestieren möglicherweise Glaubenssätze. Beispiele gefällig?

„Das Leben ist kein Ponyhof“ – was sich zunächst sehr witzig anhört, impliziert aber ziemlich deutlich, dass das Leben hart, aber ungerecht ist, und Spaß und Freude darin keinen Platz hat. Wahrscheinlich auch nicht bei der Arbeit

„Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr“ – Lernen funktioniert nur im Kindesalter, danach sind wir „ausgelernt“, und sind und bleiben, wie wir sind. Ist das so? Wir wagen es zu bezweifeln.

Mehr zu Glaubenssätzen, wo sie herkommen und wie du damit umgehen kannst, wenn du sie entdeckst, hörst du in dieser Podcastfolge.

Oder liest du gerne? Dann geht es >> hier

130: Teil 2 vom Interview mit Dr. Susanne Dietz

Vorstellung unseres heutigen Interviewgasts

  Dr. Susanne Dietz – Keynote Speaker, Sinnforscherin, Hochschuldozentin, Autorin und Unternehmensberaterin – studierte und promovierte an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Bereits mit 24 Jahren begeisterte sie in Lehrveranstaltungen. Im Alter von 26 Jahren hatte sie ihren Doktortitel mit der Note 0,75 in der Tasche. Nach diversen Stationen in strategischer Mission als Personalentwicklerin bei namhaften Arbeitgebern gründete sie das Beratungsunternehmen „buSINNess® – damit Arbeit Sinn macht“ und gilt heute als Expertin für Sinn und Leitbilder in Unternehmen. Sie berät und coacht sowohl Einzelpersonen als auch Organisationen und entwickelt anspruchsvolle und vor allem anwendbare Modelle zu Werten, Leitbildern und in erster Linie für SINN-volles Handeln in unserer Arbeitswelt. Sie macht Abstraktes schnell (be)greifbar. Durch ihren hohen Anspruch, vor allem an sich selbst, fesselt sie ihr Publikum in ihren Vorträgen. Zu ihren Kunden zählen unter anderem DAX Unternehmen, Unternehmensberatungen und klein- sowie mittelständische Unternehmen aus den verschiedensten Branchen. Langeweile ist für Susanne Dietz ein Fremdwort. Ihr Motto: Jeder Tag ist wertvoll – nutze ihn so, dass er sinnvoll wird!       Was wolltest Du als Kind werden?        ich hatte wirklich keine Idee – fest stand nur: irgendein Job, bei dem man ausschlafen kann.       Was ist Dein Rat an unsere Hörer, wenn sie noch nicht wissen, welcher Job zu ihnen passt?        Ein Job ist wie eine Liebesbeziehung. Mache dich auf den Weg und finde deinen Traumpartner, deinen Traum-Arbeitgeber und spiegel dich in diesem mit deinen besten Seiten.       Die drei wichtigsten Fähigkeiten von Angestellten der Zukunft:     – Selbstreflexion – Eigenverantwortung – Geben wollen / Gestalten wollen     Buchempfehlung     Susanne Dietz: „Sinnkrieger: die sechs Stufen zu mehr Sinn bei der Arbeit“       So erreichst du Susanne Dietz         s.dietz@susannedietz.de       www.susannedietz.de

129: Wie Arbeit SINN macht – Interview mit Dr. Susanne Dietz

Vorstellung unseres heutigen Interviewgasts

  Dr. Susanne Dietz – Keynote Speaker, Sinnforscherin, Hochschuldozentin, Autorin und Unternehmensberaterin – studierte und promovierte an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Bereits mit 24 Jahren begeisterte sie in Lehrveranstaltungen. Im Alter von 26 Jahren hatte sie ihren Doktortitel mit der Note 0,75 in der Tasche. Nach diversen Stationen in strategischer Mission als Personalentwicklerin bei namhaften Arbeitgebern gründete sie das Beratungsunternehmen „buSINNess® – damit Arbeit Sinn macht“ und gilt heute als Expertin für Sinn und Leitbilder in Unternehmen. Sie berät und coacht sowohl Einzelpersonen als auch Organisationen und entwickelt anspruchsvolle und vor allem anwendbare Modelle zu Werten, Leitbildern und in erster Linie für SINN-volles Handeln in unserer Arbeitswelt. Sie macht Abstraktes schnell (be)greifbar. Durch ihren hohen Anspruch, vor allem an sich selbst, fesselt sie ihr Publikum in ihren Vorträgen. Zu ihren Kunden zählen unter anderem DAX Unternehmen, Unternehmensberatungen und klein- sowie mittelständische Unternehmen aus den verschiedensten Branchen. Langeweile ist für Susanne Dietz ein Fremdwort. Ihr Motto: Jeder Tag ist wertvoll – nutze ihn so, dass er sinnvoll wird!       Was wolltest Du als Kind werden?        ich hatte wirklich keine Idee – fest stand nur: irgendein Job, bei dem man ausschlafen kann.       Was ist Dein Rat an unsere Hörer, wenn sie noch nicht wissen, welcher Job zu ihnen passt?        Ein Job ist wie eine Liebesbeziehung. Mache dich auf den Weg und finde deinen Traumpartner, deinen Traum-Arbeitgeber und spiegel dich in diesem mit deinen besten Seiten.       Die drei wichtigsten Fähigkeiten von Angestellten der Zukunft:     – Selbstreflexion – Eigenverantwortung – Geben wollen / Gestalten wollen     Buchempfehlung     Susanne Dietz: „Sinnkrieger: die sechs Stufen zu mehr Sinn bei der Arbeit“       So erreichst du Susanne Dietz         s.dietz@susannedietz.de       www.susannedietz.de

Das ist falsch! Oder: warum Fehler machen so wichtig ist

 

Ein Junge läuft von der Schule nach Hause, in der Tasche das korrigierte Diktat. Richtigerweise müsste man sagen: er schleicht. Denn er hat Angst nach Hause zu kommen. Das Blatt ist voller roter Striche, und der Lehrer hat darunter geschrieben „7 Fehler“. Als er schließlich doch zuhause ankommt, warten beide Eltern auf ihn – auch das noch. Nach dem Mittagessen fragt ihn seine Mutter beiläufig nach dem Diktat. Er seufzt, geht zum Schulranzen und bringt ihnen den Beleg seines Versagens. Seine Mutter schaut sich die Klassenarbeit an, und überreicht sie seinem Vater. Der liest sie ebenso gründlich. Dann schaut er seine Frau an, nickt kurz, sie nickt zurück. Beide wenden sich an ihren Sohn, strahlen ihn an und sagen: „Ein Diktat mit 100 Wörtern, und du hast 93 richtig. Gut gemacht!“

Ist das der übliche Umgang mit Fehlern? Eher nicht – aber vielleicht sollte er das sein. Denn nur durch Fehler lernen wir.

Vor nicht allzu langer Zeit musste ich gegenüber meinen Kindern zugeben, dass ich einen Fehler gemacht hatte. („Musste ich zugeben..“ – wie das schon klingt! Geben wir Fehler nur zu, wenn wir sie nicht mehr vertuschen können? Diese Redewendung legt die Vermutung nahe..)

Also, noch mal: vor nicht allzu langer Zeit gestand ich meinen Kindern… schon wieder so ein Begriff: „Ich gestehe! Alles!“. Auch blöd.

Okay, versuchen wir es anders: vor nicht allzu langer Zeit machte ich einen Fehler. Ich erzählte meinen Kindern davon. Nicht, weil ich es musste, oder weil ich mein Gewissen erleichtern wollte – sondern weil ich meinen Kindern einen gesunden Umgang mit Fehlern, ja, eine gute Fehlerkultur beibringen möchte. Und was antwortete mein Großer (schlaue 7 Jahre alt)? „Das macht doch nichts, Mama. Wir machen alle jeden Tag Fehler. Ich auch.“ HA! Da soll mal einer sagen, dass meine Erziehungsmaßnahmen nicht ankommen! Ich war soo stolz…. J

Warum aber fällt es uns so schwer, Fehler zuzugeben, einzugestehen, einzuräumen?

Ich denke, zum Einen liegt es an der Bewertung von Fehlern, die wir schon aus Schulzeiten kennen. Fehler gelten als Makel, als Zeichen von Versagen, von Unfähigkeit, von Faulheit – ja, vielleicht sogar als Zeichen von Dummheit? Wenn wir Fehler machten, fühlten wir uns klein, und schämten uns. Dieses Gefühl werden wir als Erwachsene offenbar nicht mehr los. Das heißt: Fehler erinnern uns an unser Versagen als Kind, und wir fühlen uns minderwertig. Noch schlimmer ist es, wenn uns jemand auf unsere Fehler hinweist: dann fühlen wir uns nicht nur per se minderwertig, sondern das auch noch im Vergleich zu jemand anderem! (das erklärt auch die Reaktion mancher Menschen, wenn man sie auf Fehler hinweist: von eingeschnappt über sauer bis aggressiv habe ich schon alles erlebt).

Zum anderen erleben wir in den Medien eine Erfolgsgeschichte nach der anderen – makellose Menschen, die auf der Erfolgswelle schwimmen (während wir vom Surfbrett fallen und Salzwasser schlucken), und dank grünem Smoothie, jeder Menge klarem Quellwasser und dem Umgang mit den richtigen Leuten das perfekte Leben führen. Das vergleichen wir dann mit unserem – den grünen Smoothie mögen die Kinder nicht, deshalb haben wir aufgegeben, ihn jeden Morgen zu mixen. Klares Quellwasser ist im Ruhrgebiet nur in Flaschen zu haben, und die sind so schwer. Und die richtigen Leute – wo sollen wir die denn noch kennenlernen, inmitten unserem hektischen Alltag? So machen wir einen Fehler nach dem anderen (wir machen uns morgens einen Kaffee, trinken das Wasser aus dem Hahn, treffen uns wieder (!) mit unseren alten Freunden), und? Richtig – wir fühlen uns wieder minderwertig.

Weiter geht’s im Job – weil wir zu viel zu tun hatten, haben wir am Vortag vergessen, einen wichtigen Brief zur Post zu bringen. Was macht der Chef? Er beordert uns in sein Büro und macht uns lang. Und wie fühlen wir uns? Genau!

Abgesehen davon, dass jeder die freie Wahl hat, wie er leben möchte (und ob Kaffee und Kranenberger dazugehören sollten), ist es elementar wichtig, Fehler zu machen – denn nur dann lernen wir. Auch für Unternehmen ist es elementar wichtig, dass die Mitarbeiter Fehler machen, weil dadurch Schwachstellen im System aufgedeckt und behoben werden können.

Beispiel der vergessene Brief: wir hatten am Vortag zu viel zu tun, und dadurch ist es uns durchgegangen – ist passiert, ist ärgerlich. Aber ist es noch rückgängig zu machen? Nein. Anstatt uns rundzumachen, wäre der Chef besser bedient, uns zu fragen, warum wir so viel zu tun haben.

Vielleicht ist die Kollegin kurzfristig krank geworden, wir mussten ihre Aufgaben übernehmen – hatten das aber noch nie gemacht, und die Kollegin hat auch keine für uns logische Ordnung auf ihrem Schreibtisch? Dann könnte eine Lösung sein, für die Zukunft eine Vertretungsregelung (mein derzeitiges Lieblingswort! ;-)) zu schaffen, und sich gegenseitig in die eigenen Aufgabengebiete einzuweisen.

Vielleicht sind durch verschiedene Maßnahmen aber auch mehr Aufgaben bei uns gelandet, als wir menschenmöglich handeln können? Dann wäre eine Idee, die Aufgaben neu zu verteilen.

Vielleicht sind wir aber auch einfach nur überfordert, weil wir nie gelernt haben zu priorisieren? Dann könnte uns ein Seminar in Zeit- und Selbstmanagement helfen.

Das alles bekommt der Chef aber nur raus, wenn er mit uns spricht.

In einem Kurs von Bob Proctor, den ich gerade mache, habe ich die folgenden „Rules for Being Human“ – Regeln fürs Menschsein – gefunden:

“You will receive a body. You may like it or hate it but it will be yours for this time around.

You will learn lessons. You are enrolled in a full-time informal school called life. Each day in this school you will have the opportunity to learn lessons. You may like the lessons or think them irrelevant or stupid.

There are no mistakes, only lessons. Growth is a process of trial and error-experimentation. The failed experiments are as much a part of the process as the experiment that ends up working.

A lesson is repeated until learned. A lesson will be presented to you in various forms until you have learned it. When you have learned it you can then go on to the next lesson.

Learning lessons does not end. There is no part of life that does not contain lessons. If you are alive, there are lessons to be learned.”

 (“Du wirst einen Körper erhalten. Du magst ihn lieben oder hassen, er ist deiner für die Zeit, die du hier bist.

 Du wirst Lektionen lernen. Du besuchst eine informelle Vollzeit-Schule, die sich Leben nennt. An jedem einzelnen Schultag wirst du die Gelegenheit haben, neue Lektionen zu lernen. Es mag sein, dass du diese magst, vielleicht findest du sie aber auch irrelevant oder dumm.

 Es gibt keine Fehler, nur Lektionen. Wachstum ist ein Prozess von Versuch und Irrtum, ein Experiment. Die fehlgeschlagenen Experimente sind ebenso Teil des Prozesses wie das Experiment, das erfolgreich war.

 Eine Lektion wird so lange wiederholt, bis du sie gelernt hast. Dafür wird sie in unterschiedlichen Formen auftauchen – bis du sie gelernt hast. Wenn du sie dann gelernt hast, kannst du zur nächsten Lektion übergehen.

 Der Prozess des Lernens wird niemals enden. Es gibt keinen Teil deines Leben, der keine Lektionen beinhaltet. So lange du lebst, gibt es Lektionen zu lernen.“)

(Autor unbekannt)

Wenn ich mir diesen Text so durchlese, frage ich mich schon, warum in unserer Gesellschaft so einen Bohei um Fehler gemacht wird. Meiner Meinung nach ist das Konzept des Fehlermachens in sich fehlerhaft. Denn wie können wir etwas, was uns hilft, uns weiterzuentwickeln (persönlich oder als Organisation) denn mit solch einem Stigma belegen?

Was würde wohl geschehen, wenn mit einem Streich Fehler als Konzept aus dem Gehirn aller Menschen gelöscht wäre? Die Menschen würden wahrscheinlich neugierig und voller Tatendrang alles Mögliche ausprobieren. Und wenn es nicht funktioniert? Dann probieren sie es halt auf eine andere Art und Weise. Solange, bis es endlich klappt. Hätten wir dann nicht viel mehr Spaß im Leben? Und – für Organisationen natürlich noch viel wichtiger – hätten wir dann nicht viel mehr Innovationen? Weil wir nicht wussten, dass es so nicht geht, dass dieser Weg falsch ist, und es einfach probieren – und, hoppla!, es funktioniert!

Kinder machen das so. Stell dir vor, ein Kleinkind versucht aufzustehen – und plumpst auf den Popo. Was wäre, wenn das Kind dächte, „so ein Mist – jetzt habe ich einen Fehler gemacht. Das mach ich aber nicht noch mal“? Dann lernte es niemals laufen!

Nun ist es natürlich schön und gut und einfacher gesagt als getan, als „Indianer“ in einer Organisation zu beschließen, dass Fehler machen okay ist – wenn die „Häuptlinge“ nicht mitspielen. Natürlich kannst du versuchen, deiner Führungskraft zu erklären, warum es wichtig ist, Fehler zu machen, dass du und das Unternehmen nur davon lernen können und dass er (oder sie) sich deshalb bitte nicht so aufregen soll. Das funktioniert ganz bestimmt! (nicht). Mein Tipp an dieser Stelle: sprich das Thema Fehlerkultur im nächsten Meeting grundsätzlich an. Recherchiere interessante Artikel (oder diesen Blogbeitrag J) zum Thema Fehlerkultur in anderen Unternehmen, und leite diese ans Team (inkl. der Führungskraft) weiter. Steh zu deinen Fehlern – wenn du einen gemacht hast, gehe offensiv damit um, und kommuniziere gleichzeitig, was du beim nächsten Mal anders machen wirst, um den Fehler nicht noch einmal zu machen.

Und wenn du selber Führungskraft bist, und dich manchmal dabei erwischst, Fehler deiner Mitarbeiter nicht durchgehen zu lassen, sondern dann gerne mal aus der Haut fährst: reflektiere dich selbst, warum es dich wütend macht, wenn Fehler passieren. Siehst du diese als ein Zeichen deines eigenen Versäumnisses (weil du die Arbeitslast deiner Mitarbeiter nicht im Blick hattest, nicht dafür gesorgt hast, dass diese gut eingearbeitet sind etc.), und bist eigentlich wütend auf dich selbst? Hast du manchmal selber das Gefühl, nicht gut genug, nicht perfekt genug zu sein, und machst andere (unbewusst) runter, um dich selber zu erhöhen? Bist du eigentlich wegen etwas ganz anderem gestresst, und kannst die zusätzliche Arbeitsbelastung, die das Ausbügeln eines Fehlers mit sich bringt, nun gar nicht gebrauchen? Oder ist es etwas ganz anderes? Sei ehrlich – wenigstens mit dir selbst J

Und übrigens – wenn du Angst hast, dass das Team in Zukunft schlunzig arbeitet, wenn du Fehler nicht mehr ahndest, kann ich dich beruhigen: Untersuchungen haben gezeigt, dass die Fehlerwahrscheinlichkeit sinkt, nachdem Mitarbeiter für ihre Fehler gerügt wurden. Allerdings tut sie das auch, wenn sie nicht gerügt wurden. Warum? Weil wir Menschen in der Regel aus dem lernen, was wir falsch gemacht haben. Und in Zukunft versuchen werden zu vermeiden, das noch einmal zu tun.

Also: Entspannt euch, bitte. Macht Fehler. Lernt daraus. Und habt Spaß an dem, was ihr tut – dann werdet ihr automatisch versuchen, das auch gut zu machen.

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Folge 128: Wie du Fehler machst

Ein Junge läuft von der Schule nach Hause, in der Tasche das korrigierte Diktat. Richtigerweise müsste man sagen: er schleicht. Denn er hat Angst nach Hause zu kommen. Das Blatt ist voller roter Striche, und der Lehrer hat darunter geschrieben „7 Fehler“. Als er schließlich doch zuhause ankommt, warten beide Eltern auf ihn – auch das noch. Nach dem Mittagessen fragt ihn seine Mutter beiläufig nach dem Diktat. Er seufzt, geht zum Schulranzen und bringt ihnen den Beleg seines Versagens. Seine Mutter schaut sich die Klassenarbeit an, und überreicht sie seinem Vater. Der liest sie ebenso gründlich. Dann schaut er seine Frau an, nickt kurz, sie nickt zurück. Beide wenden sich an ihren Sohn, strahlen ihn an und sagen: „Ein Diktat mit 100 Wörtern, und du hast 93 richtig. Gut gemacht!“

Ist das der übliche Umgang mit Fehlern? Eher nicht – aber vielleicht sollte es das sein. Denn nur durch Fehler lernen wir.

Darum geht es in dieser Folge. Viel Spaß dabei!

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