Wie du deine Zeit effektiver managest

Sicherlich kennst du das auch, wenn am Ende des Tages noch so viel Aufgabe übrig ist.. Und am nächsten Morgen geht es wieder los: die To Dos häufen sich, und ständig kommt noch etwas drauf, was „eben schnell“ noch fertig werden muss.

 

Weißt du vor lauter Arbeitslast manchmal auch nicht mehr, wo dir der Kopf steht und womit du schlauerweise anfangen sollst? Bist du in der Buchhandlung auch schon einmal am Regal mit den Business-Büchern bei Z wie „Zeitmanagement“ stehen geblieben bzw. hast das Stichwort bei Amazon eingetippt? Oder hast du vielleicht sogar schon mal das ein oder andere Seminar dazu besucht?

 

Ob ALPEN-Methode, Eisenhower-Prinzip, Simplify-your-life, Eat the Frog, Pomodoro-Technik und wie sie alle heißen – an Tools, deine Zeit besser zu managen, mangelt es da draußen nicht. Aber was tun, wenn du trotz bester Absicht und stetem Bemühen immer noch gestresst bist?

 

Dann solltest du dich vielleicht weniger mit Zeitmanagement, sondern mehr mit Selbstmanagement befassen. Denn egal, ob du viel oder wenig zu tun hast – die Einstellung, mit der du an die Sache herangehst, bestimmst immer noch DU!

 

Jeder hat sicherlich seine eigene Strategie, die gut funktioniert. Hier ist unsere (bei der wir Elemente aus dem Zeitmanagement mit solchen aus dem Selbstmanagement kombinieren :-)):

 

  1. Übe dich in Achtsamkeit. Ob du die Straße entlang hetzt und dir den Kopf darüber zermarterst, welche Fahrtstrecke um diese Uhrzeit die schnellste ist, oder ob du einen Gang herausnimmst, tief einatmest und den kurzen Moment der Sonne genießt, macht zeitlich gesehen vielleicht einen Unterschied von 60 Sekunden aus. Dein Stresslevel sinkt aber um unzählige Grade (und deine Lebenszeit verlängert sich vielleicht auf Dauer um einige Jahre..). Also: enjoy the process! Denk nicht immer an den nächsten Schritt, die nächste Aufgabe, sondern genieße das, was du gerade tust! Und wenn du deine To Do-Liste schreibst und nur noch „What the f….!!“ denken kannst – dann denk was anderes. Wie müsste der Satz lauten, der den Stress rausnimmt? Ein amüsiert-spöttisches „Ui, die ist aber lang!“? Oder ein schulterklopfendes „Wer soll das sonst schaffen, wenn nicht ich!?“? Oder vielleicht ein mutmachendes „Du schaffst das!“? Probiere es aus!

 

  1. Wende die KaBa-Methode an. Nein, wir meinen nicht das Kakaogetränk. Vielmehr ist dies eine von uns (also Katja und Bastian) erfundene Technik, deine Aufgaben in verschiedene Blöcke einzuteilen.

a. Im ersten Block erledigst du dabei all die Dinge, die wichtig und dringend (aber oft ungeliebt) sind (vgl. hierzu die Eisenhower-Methode: wichtig/dringend = zuerst erledigen; wichtig/nicht dringend = terminieren; nicht wichtig/dringend = delegieren; nicht wichtig/nicht dringend = Ablage P wie Papierkorb). Dann hast du diese schon einmal vom Tisch, und sie sitzen dir nicht im Nacken.

b. Nach einer kurzen Pause (vgl. die Pomodoro-Technik in Punkt 4), folgt der zweite Block. Hierbei nimmst du dir bewusst Zeit (und blockst dabei alle Telefonanrufe, E-Mails und Besuche) für die Dinge, die dir Spaß machen, in denen du richtig aufgehst, bei denen du in Flow kommst. Das pumpt dich mit Energie auf.

c. Nach einer weiteren kurzen Pause von 5-10 Minuten widmest du den 3. Arbeitsblock dem Faktor „Geben“. Welcher Kollege braucht deine Hilfe? Wo kannst du jemanden unterstützen? Welche Fragen anderer sind bisher unbeantwortet geblieben?

Dadurch, dass du selbst die Zeit festlegst, in der du für andere da bist, wirst du dich auch dabei gut fühlen. Wir Menschen geben gerne – aber am liebsten freiwillig. Im Gegensatz dazu mag niemand ausgenutzt werden. Indem du Zeiten fürs Geben reservierst, wirst du als großzügiger, hilfsbereiter Mensch wahrgenommen werden, ohne dass du das Gefühl haben musst, dass andere dich aussaugen.

 

  1. Manchmal gibt es Tage, an denen wir partout nicht in den Quark kommen wollen. Die Aufgaben liegen vor uns, es gibt viel zu tun – aber irgendwie können wir uns nicht motivieren. Für diese Situationen haben sich bei uns zwei Strategien bewährt:

a. Nimm deine To Do-Liste, und fang einfach stumpf oben an. Erledige den ersten Punkt auf der Liste sofort, unverzüglich und ohne zu zaudern. Und dann (ganz wichtig) streich ihn durch!

b. Wenn auch das nicht funktioniert, hat sich unsere Freundin Kristiane Marx (deren Interview du hier findest) eine besondere Technik ausgedacht:

  • Als erstes teilst du zu erledigende Aufgaben in verschiedene, farblich markierte Blöcke ein (z.B. gelb für geschäftlich, grün für Haushalt, blau für self care, rot für Familie und Freunde).
  • Dann vergibst du Blockzeiten für die verschiedenen Themen (bspw. von 6.00-8.00 rot, also Familie, von 8.00-10.00 gelb (geschäftlich), von 10.00-12.00 grün (= Haushalt), von 12.00-14.00 blau (= self care) usw.).
  • Für die Tage, an denen du gar nicht in die Pötte kommst, schreibst du dir farbige Zettel vor (bspw. auf gelbe Zettel schreibst du „Ablage“, „Buchhaltung“, „Kundenanruf“; auf grüne Zettel Dinge wie „Saugen“, „Wäsche“ usw.), und legst diese in eine Schale, ein großes Bonbonglas, oder was auch immer du nutzen möchtest.
  • je nachdem, in welcher Blockzeit du gerade den „Hänger“ hast, ziehst du einen der Zettel aus der entsprechenden Kategorie – und tust das, was drauf steht. Wenn du fertig bist, einen zweiten usw. Schon bald bist du im Tun, und kannst dir auch deine (eigentliche) To Do-Liste vornehmen.

 

  1. Nutze die Pomodoro-Technik, um besser durchzuhalten und produktiver zu sein. Die Pomodoro-Technik wurde vom Italiener Francesco Cirillo entwickelt (er nutzte eine handelsübliche, aufziehbare Eieruhr, die in seinem Fall die Form einer Tomate hatte – daher der Name). Sie beruht auf dem Prinzip, dass wir produktiver sind, wenn wir nur eine kurze Zeitspanne zur Verfügung haben – und unser Gehirn gleichzeitig länger leistungsfähig ist, wenn wir regelmäßige Pausen machen. Konkret bedeutet das: teile deine Arbeitstage in Blockzeiten ein, nach denen du gezielt und bewusst eine kurze Pause machst. Herr Cirillo empfiehlt dabei 25 Minuten konzentrierte Arbeitsphase, abgelöst von einer 5-minütigen Pause. Diese Reihenfolge darf sich .. mal wiederholen, bis 30 Minuten Pause angesagt sind. Wenn dir die 25 Minuten zu kurz erscheinen, kannst du auch variieren (wir arbeiten gerne mit 50-Minuten-Blöcken und 10-minütigen Pausen). Deine Kollegen würden es nicht tolerieren, wenn du zweimal pro Stunde 5 Minuten Pause machst? Dann nutze die Pause, um etwas hirnloses zu tun – kopieren, Kaffeekochen, auf die Toilette…. auch das kann schon helfen, kurz abzuschalten 🙂

 

  1. Eine äußerst empfehlenswerte App in diesem Zusammenhang ist focus@will.

Focus@will spielt Musik in genau der Frequenz, die dein Gehirn annimmt, wenn es am produktivsten ist – und beeinflusst damit deine Gehirnströme. Klingt spooky, ist es aber nicht, sondern wissenschaftlich erwiesen. Du hast dabei die Wahl zwischen verschiedenen Musikrichtungen (wir bevorzugen „Chill“), und kannst sogar die Zeitdauer voreinstellen, die du dich konzentrieren möchtest (damit eignet sich die App auch hervorragend zur Anwendung der Pomodoro-Methode). Diese App nutzen wir, wenn wir uns auf den Punkt konzentrieren wollen, weil wir nur ein kurzes Zeitfenster zum Arbeiten haben (entweder tatsächlich kurz, weil ein anderer Termin ansteht, oder aufgrund von künstlicher Verknappung durch Pomodoro), und gleichzeitig eine wichtige Sache erledigen möchten. Und es funktioniert ganz optimal, as if by magic 🙂

 

Du hast dein eigenes, für dich perfektes System entwickelt? Erzähle uns davon!

 

Herzlichst, Deine Katja

 

 

 

 

 

VLOG2: Wie du im Vorstellungsgespräch gleich von Beginn an überzeugst

Kennst du Gespräche mit Menschen wo du denkst:“Mensch wir zwei,… wir könnten Freunde werden!“ und kennst du Gespräche wo du nur darauf gewartet hast, dass das Gespräch endlich vorbei ist weil irgendwie die Chemie nicht stimmt?
Stell dir vor diese Situation hast du aber im Vorstellungsgespräch und es ist dein absoluter Traumjob. Was dann???

Im heutigen Video zeige ich dir, wie du mit einem einfachen Trick direkt zu Beginn Sympathie kreierst, damit dein Gegenüber das Gefühlt hat, dass du die oder der richtige für den Job bist.

Wenn du diesen Tipp befolgst, dann ist der Rest nur noch ein Spaziergang 😉 Bist du bereit?

VLOG1: Das Geheimnis um Zeit für die wirklich wichtigen Dinge zu haben

Yeeeeeaaah ich hab es endlich geschafft!!!!

Seit Monaten verspreche ich Katja mit Vlogging anzufangen, weil Schreiben mir nicht soooo viel Spaß macht. Ich bin dann doch besser hinter beziehungsweise heute vor der Kamera aufgehoben 🙂

In meinem ersten Vlog geht es darum, wie du lernst besser mit deiner Zeit umzugehen. Und wir sprechen davon, wie dir das im Job gelingen kann.

Hierzu eine kurze Geschichte:

„Willst du wirklich diese Beziehung?“ 😱 Nach einem halben Jahr, stellte mir meine Freundin genau diese eine Frage. Kennst du auch diese Situation, für NICHTS Zeit zu haben, nicht mal für deine wichtigsten Menschen? 😵

Also wie schaffst du es in nur 3 Minuten deine Zeit zu verzehnfachen, ohne dass du mehr arbeitest sondern weniger?! #worksmarternotharder

Mein größtes Learning nach der Zusammenarbeit mit meinem Coach.

Glücklich im Job – ist das wirklich so schwer?

Heute in einer Seminarpause brandete eine interessante Diskussion auf. In meiner Vorstellung erzähle ich ja immer, dass ich nach 20 Jahren Lufthansa aufgrund von Umstrukturierungen freiwillig aus dem Unternehmen ausgeschieden bin, und mich daraufhin komplett neu orientiert habe. Dass ich jetzt etwas ganz anderes mache, ist offensichtlich: vorher war ich angestellt, jetzt bin ich selbstständig, vorher war ich Flight Managerin (was den meisten nichts sagt), heute bin ich Trainerin, Coach und Podcasterin und unterstütze Menschen dabei, ihre Flügel zu entfalten.

Das Gespräch in der Pause drehte sich darum, dass die meisten Menschen sich aufgrund von finanziellen Gegebenheiten selten komplett umorientieren können, weil sie ja nun mal ihre Fixkosten decken müssen. Und dass es in der heutigen, stressigen Zeit auch nicht so einfach möglich ist, sich nebenher etwas anderes aufzubauen.

Ich bin geneigt, dem zuzustimmen, weil ich mich selber auch erst dann bewegt habe, als die Rahmenbedingungen stimmten – sprich, mir der Ausstieg durch eine Abfindung und eine begleitende Outplacement-Beratung versüßt wurde. Vorher hatte ich ein paar (erfolglose) Versuche unternommen, mir nebenher etwas aufzubauen, was mir aber nicht wirklich gelungen ist. Warum? Meine Not war nicht groß genug (mir machte mein Job im Prinzip viel Spaß), und die Alternativen, die ich damals sah, waren für mich nicht attraktiv genug. Dass ich schlussendlich gegangen bin, hing dann aber auch mit der Tatsache zusammen, dass mir sehr bewusst war, dass mir der Job nicht noch 27 Jahre bis zur Rente Spaß machen würde, und dass es am Standort Düsseldorf für mich keine interessanten anderen Möglichkeiten gab.

Was aber wäre passiert, wenn sich die Gelegenheit nicht ergeben hätte, ich geblieben wäre, und mir der Job zwei, drei Jahre später nicht mehr so viel Spaß gemacht hätte? Wäre ich dann freiwillig gegangen, ohne Abfindung? Hätte ich es geschafft, mir nebenbei etwas aufzubauen, und wäre dann später ausgestiegen? Ich habe keine Ahnung.

Andererseits kenne ich Menschen, die eine gutgehende Firma aufgaben, um etwas ganz anderes zu machen. Die sich neben einem zeitaufwändigen Job am Wochenende eine Selbstständigkeit aufgebaut haben. Was unterscheidet diese Menschen von anderen?

In der Regel gibt es zwei Motivationen, freiwillig etwas zu ändern: von etwas weg oder zu etwas hin.

„Von etwas weg“ als Motivator bedeutet, dass der Schmerz oder die Not in der aktuellen Situation so groß ist, dass wir es einfach nicht mehr ertragen können (oder wollen). Weil entweder der Druck so groß ist, dass die ersten Kollegen schon wegen Burnout ausgefallen sind und wir selber kurz davor stehen. Weil der Körper schon deutliche Warnzeichen wie einen Herzinfarkt, Panikattacken oder einen Hörsturz gesendet hat. Oder weil wir uns jedes Mal fast übergeben müssen, wenn wir das Büro betreten – und das schon seit einigen Jahren. Dann, vielleicht – aber auch nur vielleiiiicht – verändern wir etwas und schauen uns um.

Der zweite Motivator ist „zu etwas hin“. In diesem Fall ist das Jetzt ganz okay – es gibt nichts zu meckern, wir kriegen alles gut gestemmt, alles passt „soweit“. Wenn da nicht dieser Traum wäre…. dieser Wunsch, diese Vision, die in uns schlummert, und die wir schon seit einigen Jahren nähren und beschützen wie ein Baby. Diese Vision von einem besseren Leben. Manchmal ist diese Vision gar nicht besonders deutlich, sondern nur so ein vages Gefühl – das Gefühl, dass da noch mehr geht. Und irgendwann kriegen wir einen Impuls, einen Stubser. Vielleicht haben wir einen Podcast gehört. Vielleicht haben wir ein Buch gelesen. Vielleicht hat uns jemand gefragt, was wir bereuen würden, wenn wir auf dem Sterbebett liegen. Oder vielleicht haben wir diesen Blogartikel gelesen. Und wir denken: „JA! Es ist Zeit. Es ist Zeit, etwas zu ändern. Es ist Zeit, mein Leben selbst in die Hand zu nehmen. Es ist Zeit, mich auf den Weg zu machen – auch wenn ich noch nicht weiß, wohin dieser Weg führt. Auch wenn meine Vision noch irgendwo da draußen im Nebel liegt.“

Es gibt mehr als „einfach nur okay“. Es gibt Jobs, Berufe, Tätigkeiten, die RICHTIG SPASS machen. Nicht in jeder Sekunde – aber immer wieder, und immer öfter. Es gibt Menschen da draußen, die so ticken wie du, und die Spaß an den gleichen Dingen haben. Es gibt es, das MEHR! (Auch wenn dein Umfeld etwas anderes behauptet).

Seit meinem Ausstieg bei Lufthansa vor 4 und dem Start meiner Selbstständigkeit vor gut 3 Jahren habe ich fast 200 Klienten beraten. Ein Großteil von ihnen war von Umstrukturierungsmaßnahmen betroffen oder war bereits arbeitslos. Fast allen wurde das Geschenk einer kleinen Auszeit zuteil, in der sie sich sammeln konnten, in der sie reflektieren konnten, in der sie sich neu orientieren konnten. (Ja, ich sage bewusst „Geschenk“, auch wenn die meisten Arbeitslosigkeit nicht als ein solches ansehen. Aber wann hat man schon die Gelegenheit, sich aus dem Berufsalltag rauszuziehen und über sich selbst nachzudenken? Bezahlt? Mit Unterstützung eines guten Coaches, der auf berufliche Neuorientierung spezialisiert ist?). Sehr häufig habe ich Sätze gehört wie, „man müsste mal..“, „eigentlich könnte ich ja…“. Und jedes Mal blutete mir das Herz. Wer ist den „man“? Und was genau „müsste“ man denn – und wer sagt das überhaupt?!

Jeder Mann und jede Frau trägt Verantwortung für ihr eigenes Leben. Damit trägt auch jeder Verantwortung dafür, dass er oder sie glücklich im Job ist. Wir haben es alle selbst in der Hand – alles andere sind Ausreden. Natürlich wollen die Rechnungen bezahlt werden! Aber wenn wir es wirklich wollen (und nicht mit 80 unseren Enkeln sagen wollen, dass wir zwar immer unsere Pflicht getan, aber eigentlich nie das gemacht haben, was unser Herz zum Singen bringt), dann finden wir Wege. Und es gibt Unterstützung da draußen!

Genau aus diesem Grunde, und genau für diese Sorte Mensch (für dich?) haben wir unsere Traumjobschmiede konzipiert. Wir wissen, wie schwer es ist, das zu finden, was uns wirklich Freude macht – und wir wissen, wie wertvoll eine gute Unterstützung sein kann. Wir haben so vielen Menschen in der Einzelberatung dabei geholfen, in ihrem Job wieder glücklich zu werden, oder einen Job zu finden, der besser zu ihnen passt – jetzt ist es Zeit, damit in die Breite zu gehen und dieses Geschenk mehr Menschen zugänglich zu machen. Sag nicht mehr „man müsste mal…“ – mach es. Meld dich an. Sei dabei. Wir freuen uns auf dich!!

Herzlichst, deine Katja

P.S. nähere Informationen über die Traumjobschmiede findest du hier..

Denn nur zusammen ist man nicht allein: der Success Buddy

Im Radio läuft das Lied rauf und runter, und das nicht erst seit der WM: „Zusammen“ von den Fanta 4 (feat. Clueso). Ein genialer Song, der gute Laune macht – und sehr sehr gut unsere Lebenseinstellung wiedergibt. Besonders die Textzeilen „Ja, Mann, denn allein sein ist out / Vorbei ist die Zeit in der man keinem mehr traut“ sagen schon alles.

Es gab eine Zeit (und in vielen Firmen ist diese leider noch nicht vorbei, und in den Köpfen einiger Menschen auch noch nicht), da herrschte die Ellenbogenmentalität vor. Jeder war sich selbst der nächste, gewinnen auf Kosten anderer die Devise. Zum Glück ändert sich das langsam, aber sicher.

Im Sommer 2016 war ich auf einem Seminar, von dem ich schon oft berichtet habe, und das mein Leben verändert hat: die High Performance Masterclass von Alexander Hartmann. Dort bin ich erstmalig über das Konzept des Cross Coaching Buddys (auch Success Buddy genannt) gestoßen. Die Idee dahinter: suche dir jemanden, mit dem du dich einmal die Woche auf ein Telefonat verabredest. Dieses Telefonat sollte nicht länger als 30 Minuten dauern, und dabei geht es nicht um Small Talk, sondern ausschließlich darum, euch gegenseitig bei der Erreichung eurer jeweiligen Ziele zu unterstützen. Konkret: wie komme ich voran, vor welchen Hindernissen stehe ich, wo stehe ich mir selbst im Wege, wo brauche ich einen Rat?

Zu meinem damaligen Buddy habe ich leider keinen Kontakt mehr, aber im Oktober 2017 kam ich in den Genuss, das Seminar noch einmal zu besuchen, und auch hier sollten wir uns einen Success Buddy suchen – nach dem Zufallsprinzip, einfach, indem wir die Person ansprachen, die neben uns saß. Wir hatten dann Gelegenheit, unseren Buddy etwas genauer kennenzulernen, über unsere Ziele zu sprechen und erste Termine zu verabreden – und schon bei diesem ersten Gespräch sprang der Funke total über. Wir stellten schnell fest, dass wir sehr viele Gemeinsamkeiten haben und sehr ähnlich ticken (schon äußerlich ließ sich das schnell feststellen: sie trägt immer orange, ich immer mindestens ein gelbes Teil, und wir beide führen ein Bullet Journal. Ihres ist orange, meines gelb :-)). Mittlerweile ist Kristiane nicht nur der beste Sparring Partner, den ich mir vorstellen kann, sondern eine richtig gute Freundin geworden (unser Interview mit ihr kannst du übrigens >>> hier <<< hören).

Was bringt ein Success Buddy?

Ein Success Buddy bietet dir die Möglichkeit, dich mit einer gleichgesinnten Person zusammenzuschließen. Schon im Artikel über Mastermind-Gruppen habe ich erwähnt, dass wir der Durchschnitt der 5 Leute sind, mit denen wir die meiste Zeit verbringen. Das gleiche Prinzip gilt auch für den Success Buddy – und dieser hat den Vorteil, dass du in den Genuss seiner (oder ihrer) ungeteilten Aufmerksamkeit kommst.

Im besten Fall ist dein Success Buddy genauso verrückt wie du, im schlechtesten Fall stört ihn deine Verrücktheit nicht. In jedem Fall wird er (oder sie natürlich) für dich da sein, wenn du nicht weiterweißt, wird dir einen sanften (und manchmal auch unsanften) Tritt geben, wenn du nicht in die Puschen kommst, und wird dir ehrliches Feedback zu deinen Ideen geben. Im allerbesten Fall wird er oder sie dir helfen, dranzubleiben, deine Ziele, Wünsche und Visionen nicht aus den Augen zu verlieren, wird dir Mut zusprechen, wenn du unsicher bist, und wird dich aufrichten, wenn du down bist. Hört sich wie ein guter Freund, eine gute Freundin an? Das kann er oder sie auch werden – muss es aber nicht. Wichtig sind Verbindlichkeit, Wertschätzung, Vertraulichkeit und Offenheit. Wichtig ist, dass ihr füreinander da seid, bereit seid, euch gegenseitig zu unterstützen. Dann könnt ihr gemeinsam die Welt aus den Angeln heben.

Und wo findest du so einen Success Buddy?

Jemanden, der dich dabei unterstützt, mehr aus dir und deinem Leben zu machen? Der dir hilft, auch mal aus deiner Komfortzone zu kommen, und dich ermutigt, neue Wege auszuprobieren, wenn die alten nicht zum gewünschten Ziel führen?

Bei unserer Traumjobschmiede findest du solche Menschen – und bestimmt auch DEINEN Success Buddy. Informiere dich jetzt unter www.traumjobschmiede.de.

Herzlichst, deine Katja

P.S.: und hier noch mal der Text in Gänze – zum Mitsingen und Auswendiglernen. Vielleicht werden deine Sangeskünste ja in Kürze gefragt 😉

Wir sind zusammen groß
Wir sind zusammen alt
Komm lass ’n bisschen noch zusammen bleiben
Nehmt die Flossen hoch
Und die Tassen auch
Wir feiern heute bis zum Morgengrauen

Wenn ich sag‘, so wie Topf und Deckel
Wenn ich sag‘, so wie Rotz und Löffel
Wenn ich sage, wie Blitz und Donner
Sozusagen ohne Punkt und Komma

Wenn ich sag‘, so wie Pech und Schwefel
Wenn ich sag‘, so wie Herz und Seele
Wenn ich sag‘, für den Rest des Lebens
Ist jedem klar über was wir reden

Ja, Mann, denn allein sein ist out
Vorbei ist die Zeit in der man keinem mehr traut
Falls sie dich fragen „Bist du allein hier?“
Sag ihnen: „Nein, denn ich bin mit allen hier“

Wir, wir sind unzertrennbar
Wir, wir sind unverkennbar
Wir setzen uns ’n Denkmal

Wir sind zusammen groß
Wir sind zusammen alt
Komm lass ’n bisschen noch zusammen bleiben
Nehmt die Flossen hoch
Und die Tassen auch
Wir feiern heute bis zum Morgengrauen
Denn nur zusammen ist man nicht allein
Komm lass uns alles miteinander teilen
Denn nur zusammen ist man nicht allein
Komm lass ’n bisschen noch zusammen bleiben

Wenn ich sag‘, so wie Mann und Frau
Zusammen, so wie „ja genau“
Zusammen, so wie alt und grau
So wie ups and downs, wie nicht abgehauen

Zusammen, so wie Arsch auf Eimer
Zusammen, so wie Fahrgemeinschaft
Sozusagen maßgeschneidert
So zusammen war noch keiner

Zusammen, so wie wahre Freundschaft
Zusammen, wie Clueso und Fantas
Der ganzen Mannschaft ’n Heiratsantrag

Das mit uns geht weit zurück

Wir sind unzertrennbar
Wir, wir sind unverkennbar
Wir setzen uns ’n Denkmal

Wir sind zusammen groß
Wir sind zusammen alt
Komm lass ’n bisschen noch zusammen bleiben
Nehmt die Flossen hoch
Und die Tassen auch
Wir feiern heute bis zum Morgengrauen
Denn nur zusammen ist man nicht allein
Komm lass uns alles miteinander teilen
Denn nur zusammen ist man nicht allein
Komm lass ’n bisschen noch zusammen bleiben

Denn wir sind hier im Platz
Stets zusammen wie Beats und Bass
Up-The-Shut-Fuck-You-Must
Weil nichts dazwischen passt

Hier gibts kein zu tief, zu flach
Zu dies, zu das
Zu nah, zu lang
Denn wir bleiben zusammen

An alle troyen Liebespaare
Gute Freunde, viele Jahre
Es gibt kein Ich in diesem Wir
Doch du siehst dich in diesen vier

La familia
Das Gefühl ist da
Mach die Nacht zum Tag
Bis zum Nachmittag, yeah

Komm wir feiern heut Zusammstag, yeah

Wir sind zusammen groß
Wir sind zusammen alt
Komm lass ’n bisschen noch zusammen bleiben
Nehmt die Flossen hoch
Und die Tassen auch
Wir feiern heute bis zum Morgengrauen
Denn nur zusammen ist man nicht allein
Komm lass uns alles miteinander teilen
Denn nur zusammen ist man nicht allein
Komm lass ’n bisschen noch zusammen bleiben

Bisschen noch, bisschen noch
Bisschen noch, bisschen noch

 

Songwriter: Thomas Duerr / Andreas Rieke / Conrad Hensel / Florian Renner / Michael Kurth / Michael B. Schmidt / Michael DJ Beck / Ricco Schoenebeck / Samy Sorge / Thomas Burchia / Toni Schoenebeck

Songtext von Zusammen © Budde Music Publishing GmbH, Sony/ATV Music Publishing LLC, BMG Rights Management

 

Goldmarie oder Pechmarie? In 7 Schritten zu einer neuen inneren Haltung

 

Warum gibt es Menschen, die immer das kürzere Ende ziehen? Die immer Pech haben im Leben? Die immer alle Krankheiten anziehen, die immer die Montagsmodelle zu erwischen scheinen, die als erste kaputt gehen, und die es immer irgendwie schaffen, in Abteilungen zu geraten, wo die Chefs A..löcher sind, die Kollegen unbequem, und die Arbeit langweilig?

Und dann gibt es Menschen, denen die Sonne aus dem Allerwertesten scheint. Diese haben immer das Glück, tolle Jobs mit netten Kollegen zu ergattern, sie machen immer die tollsten Urlaubsschnäppchen (und haben dann auch noch Glück mit dem Wetter), erfreuen sich bester Gesundheit, Energie und stets guter Laune. Und dann gewinnen sie auch noch im Lotto..

Warum ist das so? Warum ist Glück so ungerecht verteilt? Warum haben manche immer Glück, und andere immer Pech? Oder ist das gar nicht so….?

Neulich las ich meinen Kindern aus einem dicken Märchenbuch vor, das vielleicht dem ein oder anderen noch bekannt ist: Die Märchen der Gebrüder Grimm. Ich habe Märchen immer schon geliebt, und liebe sie heute noch: sie sind unterhaltsam, spannend, und gehen meist gut aus. Sie können auch sehr lehrreich sein (allerdings ist hier manchmal schon Wachsamkeit geboten, weil sie zum Teil alte Glaubenssätze zementieren. Aber seit meinem letzten Blogartikel zum Thema Glaubenssätze bist du ja achtsam mit dem, was du so konsumierst ;-)).

Vor einigen Tagen also kamen wir zum Märchen von Frau Holle. Für alle, die sich nicht mehr so genau daran erinnern können, hier eine Zusammenfassung: nachdem die arme Stieftochter sich mit der Spindel in den Finger gestochen und diese versehentlich in den Brunnen fallen gelassen hatte, wurde sie von ihrer Stieftochter gezwungen, hinterher zu springen, um die Spindel wiederzuholen. Dadurch erreichte sie eine andere Welt: die Welt von Frau Holle. Frau Holle nahm das Mädchen auf, und es half ihr fortan im Haushalt: Daunendecken ausschütteln (da kommt der Schnee her), putzen, waschen usw. Als das Mädchen Heimweh bekam, wurde sie zum Dank mit Gold überschüttet und wurde fortan „Goldmarie“ genannt.

Die böse Stiefmutter wollte für ihre leibliche Tochter dasselbe und schickte sie auch zu Frau Holle. Diese war aber faul, zeterte nur herum und wurde deshalb am Ende ihres Aufenthalts mit Pech belohnt – man nannte sie seitdem „Pechmarie“.

Die Moral von der Geschicht‘? Klar, die Fleißigen werden belohnt, und die Faulen bestraft. Aber wenn du genauer hinschaust, hat das Märchen noch eine andere Bedeutung:

Goldmarie hat das ganze Märchen lang nicht gehadert mit ihrem Schicksal, sondern immer versucht, das Beste aus ihrer Situation zu machen. Ihre Mutter verstarb, ihr Vater heiratete eine hartherzige Frau, die sie die ganze Arbeit machen ließ? Sie verlor trotzdem nicht ihre gute Laune und tat, was getan werden musste. Sie verlor die Spindel im Brunnen? Sie tat, was zu tun war, und sprang hinterher. Ebenso bei Frau Holle – auch hier verrichtete sie die ihr übertragenen Aufgaben voller Hingabe und war ihrer Chefin zudem auch noch eine gute Gesellschaft.

Und Pechmarie? Sie war nicht nur faul, sie war auch noch übellaunig. Und erwartete dafür auch noch eine goldige Belohnung.

Was unterschied die beiden Mädchen? Ihre innere Einstellung.

Es gibt ein schönes englisches Sprichwort: „When life gives you lemons – make lemonade“. Wortwörtlich übersetzt: mach das Beste aus deiner Situation.

Das Leben wird dir immer Zitronen liefern, mal mehr, mal weniger. Deine innere Einstellung dazu wird darüber entscheiden, was du daraus machst (und ob du sie als Zitronen ansiehst oder als Grundzutaten für leckere Limonade). Und genau darin unterscheiden sich Menschen, die „immer“ Glück haben von denen, die „immer“ Pech haben: in der Wahrnehmung und der Bewertung ihrer Situation.

Ich habe mal nachgezählt: pro Sekunde werden ca. 11 Millionen Sinneseindrücke in unserem Gehirn verarbeitet – davon nehmen wir nur ungefähr 40 bewusst wahr. Dass es nur so wenige sind, liegt an der Schutzfunktion des Gehirns (damit wir nicht verrückt werden). Aber welche nehmen wir wahr, und welche nicht? Und: wer entscheidet das?

Verantwortlich für die Entscheidung, welchen Reiz wir wahrnehmen, ist unser limbisches System, das unser instinktives Verhalten steuert. Dabei sind wir einerseits stark von evolutionären Einflüssen geprägt (kann dieser plötzlich auftretende Reiz gefährlich für uns werden? Dann „schiebt“ unser limbisches System ihn in unser Bewusstsein). Andererseits beeinflussen Vorerfahrungen unsere Wahrnehmung, besonders, wenn sie stark emotional geprägt sind. Und zum anderen nehmen wir das wahr, worauf wir einen besonderen Fokus gelegt haben (entweder bewusst und absichtlich, oder aufgrund einer für uns neuen Situation, die unseren Gemütszustand stark beeinflusst, etwa weil wir uns gerade sehr über unser neues Auto freuen und seitdem genau dieses Modell zu Hunderten in der Stadt herumfährt).

Die letzten beiden Punkte sind bedeutsam im Zusammenhang mit „immer“ Glück und „immer“ Pech. Wenn wir das Gefühl haben, dass es „immer nur uns“ trifft, und uns darüber ärgern, frustriert sind, oder sonstwie emotional aufgeladen sind, werden wir beim nächsten Mal, wenn etwas Schlimmes passiert, dieses besonders wahrnehmen und als Bestätigung unserer grundsätzlichen Pechsträhne ansehen. Wenn aber etwas Gutes passiert, werden wir uns zwar darüber freuen, es aber eher als Ausnahme ansehen und uns daran erinnern, dass wir ja sonst immer Pech haben – und damit die Erwartung auf das Negative weiter zementieren.

Genau das passiert, wenn jemand „vom Pech verfolgt“ ist oder „die Sch… magisch anzieht“. Selbstverständlich gibt es Menschen, denen mehr schlimme Dinge passieren als andere – aber auch hier entscheidet die innere Haltung darüber, ob sie sich selbst eher als Goldmarie oder als Pechmarie sehen.

Wie aber können wir unsere innere Einstellung ändern, wenn wir uns nicht länger als Pechmarie fühlen möchten? Der erste Schritt ist zunächst eine bewusste Entscheidung dafür – und die können nur wir selbst für uns fällen. Niemand kann für uns entscheiden, dass wir unsere Einstellung ändern (auch wenn so mancher Ehepartner und so manche Führungskraft das gerne tun würde…). Die Entscheidung liegt bei uns selber, genauso, wie wir die daraus resultierende Arbeit auch selber machen müssen.

Also, Schritt 1: wenn du wirklich Goldmarie sein möchtest, und nicht mehr länger Pechmarie, dann entscheide dich zunächst einmal DAFÜR. Sage dir selber, „mir reicht es, dass ich immer Pech habe / immer mir Schlimmes zustößt / ich immer krank bin“. Hinterfrage aber auch, ob du bereit bist, den Preis dafür zu zahlen. Genießt du vielleicht heimlich die Aufmerksamkeit, die du durch deine notorische Pechsträhne genießt? Die wird dann wegfallen. Willst du das wirklich? Sei dir darüber im Klaren, was du möglicherweise aufgibst. Es wird auch ein ganzes Stück Arbeit auf dich zukommen – nämlich Arbeit an dir selber. Das erfordert Durchhaltevermögen. Willst du dich darauf einlassen? Willst du es GENUG? Dann entscheide dich JETZT.

Schritt 2: Schreibe auf, welche Resultate in deinem Leben dir nicht gefallen. Gehen deine Beziehungen ständig in die Brüche? Bist du finanziell notorisch klamm? Bist du ständig krank?

Schritt 3: Überlege, was DU tust oder getan hast, um diese Resultate herbeizuführen. Lässt du dich zu schnell auf eine neue Beziehung ein, ohne den anderen richtig kennengelernt zu haben? Gibst du dir nicht wirklich Mühe, auf den anderen einzugehen, weil du tief in dir drin glaubst, dass es nicht lohnt, weil die Beziehung ohnehin kaputt gehen wird? Oder gibst du Geld aus, das du nicht wirklich hast, weil dein Konto in den Miesen ist und du denkst, dass es „eh egal“ ist? Oder ziehst du nie einen Schal an, obwohl es minus 20 Grad hat, weil das uncool ist? Beschwerst du dich darüber, dass du schlecht einschlafen kannst, sitzt aber bis nach Mitternacht vor dem Smartphone, der Flimmerkiste oder dem Laptop und ziehst dir irgendwelche Serien rein?

Sei ganz ehrlich mit dir – die Verbindung ist nicht immer so einfach oder offensichtlich wie bei diesen Beispielen, aber wir haben IMMER einen Anteil an dem, was uns zustößt. Dieser Part ist manchmal besonders schwer und auch schmerzhaft. Lass dich darauf ein. Sei ehrlich mit dir – du musst es ja niemandem erzählen J

Wenn du Gewohnheiten identifiziert hast, die mit den unerwünschten Resultaten in Zusammenhang stehen, schreib diese daneben auf den gleichen Zettel.

Schritt 4: nimm ein neues Blatt Papier, und schreibe das Resultat auf, das du dir wünscht – in der Gegenwartsform. „Ich freue mich darüber, dass ich immer genug Geld auf dem Konto habe, um so zu leben, wie ich es mir wünsche“ etwa. Oder: „Ich bin froh und dankbar darüber, dass ich jederzeit voller Energie und Gesundheit stecke“. Formuliere den Satz so, dass DU dich damit wohlfühlst, und feile an jedem Wort. Dieser Prozess kann durchaus eine Weile dauern. Versehe den Satz auch mit einem Datum, bis wann du dieses Resultat erreicht haben möchtest. Wenn du die für dich perfekte Fassung gefunden hast, schreibe sie überall hin – auf ein Kärtchen, das du in der Hosentasche trägst. Auf ein Post-it, das du an den Spiegel klebst. Und sage dir den Satz so oft es geht selber auf. Das ist deine persönliche Affirmation, deine positive Selbstbestätigung.

Schritt 5: nimm ein weiteres Blatt Papier, und gehe nun auf deine Gewohnheiten ein. Welche gute Gewohnheiten kannst du in dein Leben implementieren, um dieses Resultat zu erreichen? Welche schlechten Gewohnheiten kannst du ablegen und in gute Gewohnheiten umwandeln, um so zu leben, wie du möchtest? Schreibe die neuen, guten Gewohnheiten auf.

Schritt 6: nimm den Zettel mit den alten Resultaten und den alten Gewohnheiten und verbrenne ihn. Lies dir die neuen Ergebnisse und deine neuen Gewohnheiten durch, und freue dich über dein neues Leben. Durch das Verbrennen werden sich die Resultate nicht in Luft auflösen – es ist lediglich symbolisch, hat jedoch eine ziemliche Kraft. Fühl dich in die erwünschten Resultate ein, spüre, wie dein Leben sich anfühlt, wenn du das erreicht hast, was du erreichen möchtest. Stelle es dir vor, als ob es schon Realität wäre – und genieße es. Lade es emotional auf, so sehr du kannst.

Schritt 7: setze jeden Tag eine deiner neuen, guten Gewohnheiten in die Tat um. Wenn du deinen Tag planst, plane diese neue Gewohnheit als ein Muss mit ein. Nimm dir regelmäßig den Zettel mit deinem neuen Ergebnis zur Hand, lies ihn dir durch, schreibe das neue Ergebnis wieder und wieder auf. Spüre rein, spüre die Emotion. Das wird dir helfen, neue Gewohnheiten zu verankern und das Ergebnis zu erzielen, das du dir wünscht – nämlich Goldmarie sein. Was auch immer deine persönliche Definition von Goldmarie ist.

Unsere innere Einstellung zu ändern geht in der Regel nicht „einfach so“, auch wenn wir uns (oder andere sich) das manchmal wünschen. Auch ich habe schon Sätze gehört und, ja, ich gebe es zu, auch schon selber gesagt wie, „du musst nur wollen“ oder „das darfst du nicht so eng sehen“ oder „sei doch nicht so negativ“ oder auch „du musst an deiner Einstellung arbeiten“. Wenn eine Person tief im Pechmarie-Modus ist, helfen solche Sätze nicht wirklich. Das Schwierigste ist tatsächlich die Erkenntnis, dass wir selber verantwortlich dafür sind, wie es uns geht und was uns zustößt. Aber ist es nicht auch befreiend zu wissen, dass wir selber etwas TUN können, und unser Schicksal nicht einfach über uns ergehen lassen müssen?

Lasst uns wieder Verantwortung übernehmen: Verantwortung für unsere Einstellung. Verantwortung für unser Wohlbefinden. Verantwortung für unser Leben.

Herzlichst, deine Katja

P.S. Wenn du bereit bist, Verantwortung für DEIN Leben und DEINE Karriere zu übernehmen, dann könnte die Traumjobschmiede für dich genau das richtige sein: www.traumjobschmiede.de

Do what you love – love what you do!

Ich mag weiße SUVs, große Hunde, gelbe Kleidungsstücke und Mangos. Ich liebe Sprache – ich rede gerne, schreibe gerne, höre gerne zu, lese gerne. Und ich weiß zu schätzen, wenn jemand Sprache gut einsetzen und sich schön ausdrücken kann. All das sind Vorlieben, Neigungen, Dinge, die ich gerne mag. Aber woher kommt es, dass ich mag, was ich mag – und beispielsweise Grapefruit, Teppichratten und die Farbe Rosa nicht ausstehen kann?

Wir alle haben Dinge, die wir sehr gerne mögen, und Dinge, die wir am allerliebsten den ganzen Tag lang tun würden – und dann gibt es Dinge, bei denen sich uns die Fußnägel hochrollen (und es gibt alles dazwischen). Aber was davon ist tief in uns verankert, ist durch unsere Herkunft geprägt? Und im Gegenzug dazu: welche Vorlieben haben wir uns mit der Zeit erst angeeignet (und welche Vorlieben sind davon tatsächlich unsere eigenen, und unterliegen nicht aktuellen Moden oder Trends, und sind vielleicht von einem geschickten Marketing beeinflusst)?

In einem bestimmten Alter lassen wir uns noch sehr von unserem Umfeld beeinflussen – Teenagern ist es in der Regel immens wichtig, dass sie modisch dem neuesten Trend folgen, und es lastet zum Teil großer Gruppendruck auf denen, die sich nicht die angesagten Marken leisten können oder wollen. Später finden wir dann meist unseren eigenen Stil, wir wissen, was uns steht (und was unsere Röllekes (Ruhrhochdeutsch für „Rollen“ ;-)) am besten verdeckt). Und der Druck der Gemeinschaft sinkt, alle dürfen sich so kleiden, wie sie möchten…. Oder ist das so??  Zumindest, solange wir uns in gewissen Grenzen bewegen und bestimmten Normen und ungeschriebenen Gesetzen folgen.. Wer sich äußerlich sehr unterscheidet von seinem Umfeld, wird vielleicht nicht so offensichtlich gemobbt wie auf dem Schulhof, aber dafür oft genug auf subtilere Art ausgeschlossen. Sich anzupassen wird nach wie vor belohnt – unser Erbe aus der Steinzeit, wo es überlebenswichtig war, dass die Gemeinschaft uns mit in der Höhle schlafen ließ…

Und wie sieht es denn aus mit den Dingen, die wir gerne tun? Tätigkeiten, denen wir gerne nachgehen? Arbeiten, die wir lieben? Sind diese Trends unterlegen? Lassen wir uns beeinflussen von unserer Peergroup? Auf den ersten Blick würde ich „nein“ sagen – aber bei näherem Hinschauen fallen mir die uncoolen Kids ein, die gut in Mathe waren, und die basketballspielenden Jungs, mit denen alle abhängen wollten. Wenn wir dann ins Erwachsenenleben gehen, zieht sich das weiter durch: Versicherungs- und Staubsaugervertreter sind megauncool, Programmierer waren es früher, heute sind sie die coolen Rebellen.. auch hier gibt es Trends und Meinungen, die uns beeinflussen.

Was ist aber nun, wenn dein großes Talent darin liegt, für Kunden die passende Versicherung herauszusuchen und sie dahingehend zu beraten – und dir das auch noch richtig Spaß macht? Oder wenn du es liebst, von Haushalt zu Haushalt zu ziehen, immer neue Menschen kennenzulernen und diesen von dem tollsten Staubsauger der Welt zu berichten? Wie schaffst du es, dich von deinem Umfeld abzugrenzen, dass für dich etwas ganz anderes gewollt hat?

Unsere Vision als Berufsoptimierer ist ja (kurzgesagt) eine Welt, in der alle Menschen damit erfolgreich sind, was ihnen am meisten Spaß macht. Um das zu erreichen, sind drei Schritte nötig:

  1. herausfinden, was dir am meisten Freude macht, wo deine Neigungen und Vorlieben liegen
  2. einen dazu passenden Job finden oder ihn selbst kreieren – sei es im Angestelltendasein oder in der Selbstständigkeit
  3. genug Selbstvertrauen und Mut aufbringen, um diesen Weg auch zu beschreiten, auch wenn die eigenen Glaubenssätze (oder die des Umfelds) laut protestieren.

Einfach, oder? Nein, eben nicht – das ist total schwer. Und, noch viel schwerer: bevor du diese drei Schritte gehen kannst, musst du erst Schritt 0 angehen: den Glauben daran wiedererlangen, dass auch du im Job glücklich sein darfst. Dass es Tätigkeiten und Berufe gibt, die Spaß machen. Dass das geht: morgens aufstehen, und dich auf deinen Arbeitsplatz und deine Kollegen freuen. Und dir gleichzeitig eingestehen, dass deine mangelnde Energie, deine Lustlosigkeit, deine häufigen Kopfschmerzen, deine Magenschmerzen, deine latente Unzufriedenheit daher rühren, dass du an irgendeiner Stelle eine berufliche Entscheidung gefällt hast, die jetzt für dich nicht mehr die richtige ist. Und dass das okay ist. Weil du JETZT neu entscheiden darfst.

Tust du das, was dir am meisten Spaß macht? Oder geht da noch was? Du entscheidest selbst – es geht schließlich um den Rest DEINES Lebens.

Herzlichst, deine Katja

P.S. Du hast Schritt 0 getan, und bist bereit, die nächsten Schritte einzuleiten? Dann schau mal hier vorbei – vielleicht liefert dir das die Impulse, die JETZT für dich GENAU richtig sind: www.traumjobschmiede.de

 

Der Glaube kann Berge versetzen..

Im Talmud, der jüdischen „Bibel“ heißt es:

Achte auf Deine Gedanken, denn sie werden Worte.
Achte auf Deine Worte, denn sie werden Handlungen.
Achte auf Deine Handlungen, denn sie werden Gewohnheiten.
Achte auf Deine Gewohnheiten, denn sie werden Dein Charakter.
Achte auf Deinen Charakter, denn er wird Dein Schicksal.

Was sich wie ein netter Poesiealbumspruch anmutet, birgt aber sehr viel Wahrheit – denn das, was wir denken, wird auch zu unserer Realität. Aber woher kommen unsere Gedanken?  Von unseren Glaubenssätzen. Und woher kommen die? Größtenteils von dem, was wir hören. (Deshalb ist es so wichtig, dass Eltern auf ihre Worte achten, wenn sie mit ihren Kindern sprechen). In diesem Zusammenhang sind Sinnsprüche ganz interessant, denn sie bringen die Gefahr mit sich, Glaubenssätze zu manifestieren. Beispiele gefällig?

  • „Das Leben ist kein Ponyhof“ – was sich zunächst sehr witzig anhört, impliziert aber ziemlich deutlich, dass das Leben hart, aber ungerecht ist, und Spaß und Freude darin keinen Platz hat. Wahrscheinlich auch nicht bei der Arbeit. Das ist sehr schade – denn wir sind der Meinung, dass das Gegenteil der Fall ist: nur, wenn wir Spaß haben an dem, was wir tun, werden wir dies auch wirklich gut machen. Und nur wenn wir die Dinge wirklich gut machen, werden wir damit auch erfolgreich sein (was auch immer die jeweilige Definition von Erfolg ist).
  • „Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr“ (oder auch „Man bringt einem alten Hund keine neuen Kunststücke mehr bei“) – Lernen funktioniert nur im Kindesalter, danach sind wir „ausgelernt“, und sind und bleiben, wie wir sind. Ist das so? Wir wagen es zu bezweifeln. Und wissenschaftliche Erkenntnisse belegen das: der Neurobiologe Gerald Hüther beispielsweise hält ebenso amüsante wie erkenntnisreiche Vorträge zu diesem Thema. Er sagt: wenn du mit Begeisterung und Motivation (da sind wir wieder beim Faktor Spaß!) an eine Sache herangehst, kannst du alles lernen. Zur Veranschaulichung erzählt er in einem seiner Vorträge folgende Geschichte: Ein 80-jähriger Mann verliebt sich unsterblich in eine 60-jährige Chinesin. Diese ist in ihrem heimatlichen Dorf aber so verwurzelt, dass sie nicht dort weg mag. Um die Liebe seines Lebens nicht zu verlieren, zieht er in das Dorf seiner jungen Geliebten. Und nun die Preisfrage: was denkst du, wie schnell der gute Mann Chinesisch lernt?? Wahrscheinlich ziemlich schnell! Also: lass dich nicht kirre machen, wenn du den vermeintlich geistigen Zenit schon überschritten hast und fast-greise 40 Jahre auf dem Buckel hast – wenn du wirklich willst, und mit einer gehörigen Portion Spaß an die Sache herangehst, ist noch nicht alles verloren.
  • „Von nichts kommt nichts“. Okay, du musst jetzt ganz tapfer sein, denn wir müssen dir was sagen.. es fällt uns sehr schwer, weil wir dir nicht wehtun oder deine Träume zerstören wollen, aber wir halten es für unsere Pflicht, es dir zu sagen: den Erfolg „über Nacht“ gibt es nicht… (puh, jetzt ist es raus!) Auch wenn die Sozialen Medien dir das vorgaukeln, und manchmal „plötzlich“ Leute auftauchen und ganz oben sind, von denen du vorher nichts gehört hast. Aber glaube mir: die haben vorher fleißig dafür gearbeitet und viel Zeit in ihren Erfolg investiert. Bestätige ich damit den erwähnten Spruch? Nur bedingt: man muss schon säen, um zu ernten, so ist es nicht. Allerdings sind wir (fast) alle mit der Erwartung groß geworden, dass wir arbeiten müssen, um Geld zu verdienen – und für x Stunden Arbeit Summe y erhalten. Das nennt man „Zeit gegen Geld tauschen“. Es gibt jedoch ganz andere Verdienst- und Einkommensmöglichkeiten (und im Internetzeitalter werden es immer mehr), die zwar einen Einsatz erfordern, aber andererseits die Möglichkeit bieten, sich ein Einkommen zu generieren, dass vom eigenen zeitlichen Aufwand entkoppelt ist. (Einen besonders schönen Überblick bietet Eva Abert in ihrem Orientierungs-Coaching). Und dann kann es passieren, dass man nach einer gewissen Aufbauphase plötzlich aufwacht und feststellt, dass man im Schlaf Geld verdient hat – und plötzlich kommt etwas trotz Nichtstun 😉
  • „Eher passt ein Kamel durch ein Nadelöhr, als dass ein Reicher in den Himmel kommt“. Glaubenssätze über Reiche sind sehr weit verbreitet, und gehen eigentlich immer in die Richtung, dass reiche Menschen habgierig und kaltherzig sind. Manifestiert werden diese Glaubenssätze auch noch durch Bücher, Film und Fernsehen. Erinnerst du dich an den Film „Titanic“? Kate Winslets Rose kommt aus gutem Hause und soll einen reichen Langweiler heiraten. Auf dem Deck der Reichen geht es gesittet, aber langweilig zu. Jack (Leonardo DiCaprio in noch ganz jung) fährt auf dem Unterdeck mit den ganzen Tagelöhnern und den einfachen Leuten – und hat dort jede Menge Spaß. Punkt 1: Reich = steif und langweilig, Arm = fröhlich und frei. Dann geht es weiter: was macht der reiche Schnösel, als die Titanic untergeht? Er schnappt sich ein wildfremdes Kind und gibt es als seines aus, um seinen eigenen A… zu retten, während Jack sein Leben für die geliebte Rose lässt. (Schluchz!)

Aber sind reiche Menschen wirklich habgierig, kaltherzig, egoistisch und langweilig? (Wenn du jetzt JA sagst: wie viele wirklich reiche Menschen kennst du denn? Und wenn es nicht viele sind: woher hast du deine Informationen, wie „die“ sind?). Vielleicht hast du schon von der Bill & Melinda Gates Foundation gehört (die mit Abstand die größte Privat-Stiftung der Welt ist). Auf der Startseite steht in großen Lettern: „Alle Leben haben den gleichen Wert“ und etwas kleiner darunter: „Wir sind ungeduldige Optimisten, die daran arbeiten, Ungerechtigkeit zu verringern“. Könnten Bill Gates und seine Frau eine solche Organisation ins Leben rufen, wenn sie „gerade so“ über die Runden kommen würden? Wohl kaum! Selbstverständlich gibt es habgierige Reiche – aber ebenso habgierige „Normalos“. Vielleicht ist es einfach so, dass es von dem Charakter eines jeden Einzelnen abhängt, wie er oder sie sich verhält, unabhängig vom Grad des Reichtums?

Wir sollten sehr vorsichtig mit dem umgehen, was wir sagen, und noch achtsamer damit, mit welchen Informationen wir unser Gehirn füttern. (Näheres dazu auch in unserer aktuellen Podcastfolge). In seinem Online-Kurs „Thinking into Results“ zeichnet Bob Proctor ein Strichmännchen auf, um zu erklären, wie das mit unseren Gedanken funktioniert:

Der obere, größere Kreis repräsentiert unser Gehirn, unterteilt in zwei Teile (in Wahrheit besteht es natürlich aus mehr Teilen, dies ist eine Vereinfachung zum besseren Verständnis): das Bewusstsein, oder unser Denken, und das Unterbewusstsein, wo unsere Glaubenssätze verankert sind. Unser Körper tut nur das, was unser Gehirn (genauer gesagt unser Unterbewusstsein) ihm anweist, und ist deshalb auf diesem Bild als kleinerer Kreis eingezeichnet.

Nun ist es so, dass wir unser Unterbewusstsein nicht bewusst steuern können. Vielmehr wird das, was wir denken, nach und nach ins Unterbewusstsein sickern, und wenn wir immer wieder ähnliche Dinge denken, wird das einen bestimmten Glaubenssatz hervorrufen – oder einen vorhandenen bestärken und verhärten.

Wie aber entstehen unsere Gedanken? Weitestgehend durch das, was wir erleben, denn darauf sind wir getrimmt. „Schau mal hier!“, haben wir als Kinder gehört. „Hör mal zu!“. So wurden wir dahin erzogen, unser Denken durch unsere äußeren Sinne bestimmen zu lassen – durch das, was wir sehen, hören, riechen, schmecken oder fühlen (also anfassen) können. Wenn wir dann gute Dinge hören, beispielsweise, wenn die Eltern uns beispielsweise immer wieder mit einem „Du schaffst das!“ ermutigen, wird das unser Unterbewusstsein, also unsere Glaubenssätze bestimmen, und wir werden mutig handeln. Wenn wir als Kinder aber ständig hören, dass wir vorsichtig sein sollen, werden wir denken, dass es ja zu gefährlich für uns ist – und werden mit entsprechenden Glaubenssätzen in die Welt ziehen.

Genau so ist es mit den Sprichwörtern (was Hänschen nicht lernt.. usw.). Wenn wir in unserem Leben ständig mit solchen Sprichwörtern konfrontiert werden, und dann auch noch Bücher lesen, Filme schauen, Zeitungsartikel überfliegen, die in ein ähnliches Horn blasen, werden wir unsere Glaubenssätze in genau diese Richtung programmieren.

Umgekehrt ist es auch so, dass unser Denken von unserem Unterbewusstsein beeinflusst wird, d.h. wir denken dass, was unser Unterbewusstsein (basierend auf unseren Erfahrungen und früheren Gedanken) uns vorgaukelt, was die Wirklichkeit ist.

Gleichzeitig werden wir als Kinder dafür abgestraft, wenn wir träumen, und auch unter Erwachsenen sind Tagträume verpönt. Dabei können wir unsere Träume nutzen, um gezielt unsere Glaubenssätze umzuprogrammieren – nämlich in die Richtung, in die wir sie haben möchten. Dafür müssen wir aber unsere Träume mit Bedacht wählen, und uns gezielt dorthin träumen, wo wir einmal hinwollen, wie wir leben wollen, oder wie wir sein möchten.

Ebenso können wir Affirmationen nutzen, um, für uns förderliche, Gedanken immer und immer wieder zu denken. Und so können wir über die Zeit unser Unterbewusstsein lenken. Wie das genau funktioniert? Schreibe dir Sätze auf, die als positive Selbstbestätigungen die Realität darstellen, wie du sie gerne hättest oder wie du sein möchtest. Zum Beispiel „Ich bleibe auch in stressigsten Situationen ruhig und gelassen“, wenn du nicht mehr so oft aus der Haut fahren möchtest. „Ich bin wohlhabend und kann gut mit Geld umgehen“, wenn es dir auf den Keks geht, wie ebendieses dir immer durch die Finger rinnt. Diese Sätze liest du dir selber so oft du kannst vor, sagst sie dir zum Spiegel, schreibst sie immer wieder ab.. Das Unterbewusstsein kann solche Gedanken nicht bewerten – wenn es sie also oft genug hört, glaubt es sie. Und verändert den dazugehörigen Glaubenssatz, baut ihn sozusagen um. Und damit ist die Grundlage gelegt, dass das auch zur Realität wird.

Vielleicht denkst du gerade, dass es ja egal ist, wie die Glaubenssätze aussehen und was das Unterbewusstsein dem Körper vorschlägt, da wir ja einen freien Willen haben und das tun, was wir wollen. Jaaa – aber nein. Wir fällen unsere Entscheidungen nämlich in der Regel nicht rational (also mit dem bewussten Denken), sondern emotional (also mit unserem Unterbewusstsein) – und begründen sie dann im Nachhinein rational. (Wenn du darüber mehr wissen möchtest, hör dir das Interview mit Reimo Schaupp an, der erklärt Entscheidungsprozesse nämlich sehr anschaulich). Warum sonst sollten wir so oft Dinge tun, obwohl wir es eigentlich besser wissen? Beispiel Ernährung: wir wissen genau, dass uns Schokolade nicht guttut – greifen dennoch fast automatisch zum nächsten Riegel. Warum? Weil unser Glaubenssatz ist, das Schokolade uns beruhigt, uns gute Laune macht, oder oder oder. Und um unser Gewissen zu beruhigen, sagen wir uns, „ach, das eine Stück mehr kann ja nicht schaden!“.

Wir handeln also nach dem, was unsere Glaubenssätze uns diktieren, und es erfordert eine große Willenskraft, etwas anderes zu tun. Wenn wir zum Beispiel mit dem Glaubenssatz aufgewachsen sind, nicht gut mit Geld umgehen zu können (weil unsere Eltern das nicht konnten und als Familienwahrheit dargestellt haben, oder weil sie immer wieder betont haben, dass wir darin schlecht sind), wird unser Unterbewusstsein uns immer wieder zu Handlungen verleiten, die genau das belegen – nach dem Motto, „ist ja eh egal – ich kann ohnehin nicht gut mit Geld umgehen“. So wird das Ganze dann zur self-fulfilling prophecy, zur sich selbst erfüllenden Prophezeiung.

Gleichzeitig ist es so, dass unsere innere Haltung (die von unseren Glaubenssätzen und unserem Denken bestimmt ist) unsere Körperhaltung und unsere Ausstrahlung beeinflusst. Denn: ob wir uns gut oder schlecht fühlen, ist ein Resultat unseres Denkens – die ein Resultat unseres Unterbewussten sind. Und das „strahlen“ wir aus (unsere Aura ist messbar, und ändert sich mit unserer Gefühlslage). Andere Menschen nehmen das unterbewusst und intuitiv auf, reagieren darauf und handeln danach. Wenn du beispielsweise voller Selbstzweifel ins Vorstellungsgespräch gehst, wirst du das in der Regel ausstrahlen. Der Personaler spürt das, kann es vielleicht nicht benennen, aber wird dir mit ziemlich großer Wahrscheinlichkeit nicht den Job geben – oft „aus dem Gefühl heraus, dass da etwas nicht stimmt“ (und wird dieses Gefühl aber selbstverständlich rational mit mangelnder Qualifikation begründen).

Mit anderen Worten: es lohnt sich in jedem Fall, genauer hinzuschauen, was deine Glaubenssätze sind. Wie du das machst? Schau auf deine Ergebnisse. Gibt es Dinge in deinem Leben, die nicht so laufen, wie du das möchtest? Überlege, welche Handlungen zu diesen Ergebnissen führen. Dann schau, aus welchen Gedanken diese Handlungen entspringen. Und schon bist du der Sache schon ziemlich nahe gekommen. Und von da aus kannst du dann weiterarbeiten.

Mehr zum Thema? Hör in unsere aktuelle Podcastfolge rein – oder besuche unsere Traumjobschmiede. Denn dort arbeiten wir u.a. an den Glaubenssätzen, die dich davon abhalten, den Job auszuüben, der dir richtig viel Spaß macht. Wir freuen uns auf dich!

Das ist falsch! Oder: warum Fehler machen so wichtig ist

 

Ein Junge läuft von der Schule nach Hause, in der Tasche das korrigierte Diktat. Richtigerweise müsste man sagen: er schleicht. Denn er hat Angst nach Hause zu kommen. Das Blatt ist voller roter Striche, und der Lehrer hat darunter geschrieben „7 Fehler“. Als er schließlich doch zuhause ankommt, warten beide Eltern auf ihn – auch das noch. Nach dem Mittagessen fragt ihn seine Mutter beiläufig nach dem Diktat. Er seufzt, geht zum Schulranzen und bringt ihnen den Beleg seines Versagens. Seine Mutter schaut sich die Klassenarbeit an, und überreicht sie seinem Vater. Der liest sie ebenso gründlich. Dann schaut er seine Frau an, nickt kurz, sie nickt zurück. Beide wenden sich an ihren Sohn, strahlen ihn an und sagen: „Ein Diktat mit 100 Wörtern, und du hast 93 richtig. Gut gemacht!“

Ist das der übliche Umgang mit Fehlern? Eher nicht – aber vielleicht sollte er das sein. Denn nur durch Fehler lernen wir.

Vor nicht allzu langer Zeit musste ich gegenüber meinen Kindern zugeben, dass ich einen Fehler gemacht hatte. („Musste ich zugeben..“ – wie das schon klingt! Geben wir Fehler nur zu, wenn wir sie nicht mehr vertuschen können? Diese Redewendung legt die Vermutung nahe..)

Also, noch mal: vor nicht allzu langer Zeit gestand ich meinen Kindern… schon wieder so ein Begriff: „Ich gestehe! Alles!“. Auch blöd.

Okay, versuchen wir es anders: vor nicht allzu langer Zeit machte ich einen Fehler. Ich erzählte meinen Kindern davon. Nicht, weil ich es musste, oder weil ich mein Gewissen erleichtern wollte – sondern weil ich meinen Kindern einen gesunden Umgang mit Fehlern, ja, eine gute Fehlerkultur beibringen möchte. Und was antwortete mein Großer (schlaue 7 Jahre alt)? „Das macht doch nichts, Mama. Wir machen alle jeden Tag Fehler. Ich auch.“ HA! Da soll mal einer sagen, dass meine Erziehungsmaßnahmen nicht ankommen! Ich war soo stolz…. J

Warum aber fällt es uns so schwer, Fehler zuzugeben, einzugestehen, einzuräumen?

Ich denke, zum Einen liegt es an der Bewertung von Fehlern, die wir schon aus Schulzeiten kennen. Fehler gelten als Makel, als Zeichen von Versagen, von Unfähigkeit, von Faulheit – ja, vielleicht sogar als Zeichen von Dummheit? Wenn wir Fehler machten, fühlten wir uns klein, und schämten uns. Dieses Gefühl werden wir als Erwachsene offenbar nicht mehr los. Das heißt: Fehler erinnern uns an unser Versagen als Kind, und wir fühlen uns minderwertig. Noch schlimmer ist es, wenn uns jemand auf unsere Fehler hinweist: dann fühlen wir uns nicht nur per se minderwertig, sondern das auch noch im Vergleich zu jemand anderem! (das erklärt auch die Reaktion mancher Menschen, wenn man sie auf Fehler hinweist: von eingeschnappt über sauer bis aggressiv habe ich schon alles erlebt).

Zum anderen erleben wir in den Medien eine Erfolgsgeschichte nach der anderen – makellose Menschen, die auf der Erfolgswelle schwimmen (während wir vom Surfbrett fallen und Salzwasser schlucken), und dank grünem Smoothie, jeder Menge klarem Quellwasser und dem Umgang mit den richtigen Leuten das perfekte Leben führen. Das vergleichen wir dann mit unserem – den grünen Smoothie mögen die Kinder nicht, deshalb haben wir aufgegeben, ihn jeden Morgen zu mixen. Klares Quellwasser ist im Ruhrgebiet nur in Flaschen zu haben, und die sind so schwer. Und die richtigen Leute – wo sollen wir die denn noch kennenlernen, inmitten unserem hektischen Alltag? So machen wir einen Fehler nach dem anderen (wir machen uns morgens einen Kaffee, trinken das Wasser aus dem Hahn, treffen uns wieder (!) mit unseren alten Freunden), und? Richtig – wir fühlen uns wieder minderwertig.

Weiter geht’s im Job – weil wir zu viel zu tun hatten, haben wir am Vortag vergessen, einen wichtigen Brief zur Post zu bringen. Was macht der Chef? Er beordert uns in sein Büro und macht uns lang. Und wie fühlen wir uns? Genau!

Abgesehen davon, dass jeder die freie Wahl hat, wie er leben möchte (und ob Kaffee und Kranenberger dazugehören sollten), ist es elementar wichtig, Fehler zu machen – denn nur dann lernen wir. Auch für Unternehmen ist es elementar wichtig, dass die Mitarbeiter Fehler machen, weil dadurch Schwachstellen im System aufgedeckt und behoben werden können.

Beispiel der vergessene Brief: wir hatten am Vortag zu viel zu tun, und dadurch ist es uns durchgegangen – ist passiert, ist ärgerlich. Aber ist es noch rückgängig zu machen? Nein. Anstatt uns rundzumachen, wäre der Chef besser bedient, uns zu fragen, warum wir so viel zu tun haben.

Vielleicht ist die Kollegin kurzfristig krank geworden, wir mussten ihre Aufgaben übernehmen – hatten das aber noch nie gemacht, und die Kollegin hat auch keine für uns logische Ordnung auf ihrem Schreibtisch? Dann könnte eine Lösung sein, für die Zukunft eine Vertretungsregelung (mein derzeitiges Lieblingswort! ;-)) zu schaffen, und sich gegenseitig in die eigenen Aufgabengebiete einzuweisen.

Vielleicht sind durch verschiedene Maßnahmen aber auch mehr Aufgaben bei uns gelandet, als wir menschenmöglich handeln können? Dann wäre eine Idee, die Aufgaben neu zu verteilen.

Vielleicht sind wir aber auch einfach nur überfordert, weil wir nie gelernt haben zu priorisieren? Dann könnte uns ein Seminar in Zeit- und Selbstmanagement helfen.

Das alles bekommt der Chef aber nur raus, wenn er mit uns spricht.

In einem Kurs von Bob Proctor, den ich gerade mache, habe ich die folgenden „Rules for Being Human“ – Regeln fürs Menschsein – gefunden:

“You will receive a body. You may like it or hate it but it will be yours for this time around.

You will learn lessons. You are enrolled in a full-time informal school called life. Each day in this school you will have the opportunity to learn lessons. You may like the lessons or think them irrelevant or stupid.

There are no mistakes, only lessons. Growth is a process of trial and error-experimentation. The failed experiments are as much a part of the process as the experiment that ends up working.

A lesson is repeated until learned. A lesson will be presented to you in various forms until you have learned it. When you have learned it you can then go on to the next lesson.

Learning lessons does not end. There is no part of life that does not contain lessons. If you are alive, there are lessons to be learned.”

 (“Du wirst einen Körper erhalten. Du magst ihn lieben oder hassen, er ist deiner für die Zeit, die du hier bist.

 Du wirst Lektionen lernen. Du besuchst eine informelle Vollzeit-Schule, die sich Leben nennt. An jedem einzelnen Schultag wirst du die Gelegenheit haben, neue Lektionen zu lernen. Es mag sein, dass du diese magst, vielleicht findest du sie aber auch irrelevant oder dumm.

 Es gibt keine Fehler, nur Lektionen. Wachstum ist ein Prozess von Versuch und Irrtum, ein Experiment. Die fehlgeschlagenen Experimente sind ebenso Teil des Prozesses wie das Experiment, das erfolgreich war.

 Eine Lektion wird so lange wiederholt, bis du sie gelernt hast. Dafür wird sie in unterschiedlichen Formen auftauchen – bis du sie gelernt hast. Wenn du sie dann gelernt hast, kannst du zur nächsten Lektion übergehen.

 Der Prozess des Lernens wird niemals enden. Es gibt keinen Teil deines Leben, der keine Lektionen beinhaltet. So lange du lebst, gibt es Lektionen zu lernen.“)

(Autor unbekannt)

Wenn ich mir diesen Text so durchlese, frage ich mich schon, warum in unserer Gesellschaft so einen Bohei um Fehler gemacht wird. Meiner Meinung nach ist das Konzept des Fehlermachens in sich fehlerhaft. Denn wie können wir etwas, was uns hilft, uns weiterzuentwickeln (persönlich oder als Organisation) denn mit solch einem Stigma belegen?

Was würde wohl geschehen, wenn mit einem Streich Fehler als Konzept aus dem Gehirn aller Menschen gelöscht wäre? Die Menschen würden wahrscheinlich neugierig und voller Tatendrang alles Mögliche ausprobieren. Und wenn es nicht funktioniert? Dann probieren sie es halt auf eine andere Art und Weise. Solange, bis es endlich klappt. Hätten wir dann nicht viel mehr Spaß im Leben? Und – für Organisationen natürlich noch viel wichtiger – hätten wir dann nicht viel mehr Innovationen? Weil wir nicht wussten, dass es so nicht geht, dass dieser Weg falsch ist, und es einfach probieren – und, hoppla!, es funktioniert!

Kinder machen das so. Stell dir vor, ein Kleinkind versucht aufzustehen – und plumpst auf den Popo. Was wäre, wenn das Kind dächte, „so ein Mist – jetzt habe ich einen Fehler gemacht. Das mach ich aber nicht noch mal“? Dann lernte es niemals laufen!

Nun ist es natürlich schön und gut und einfacher gesagt als getan, als „Indianer“ in einer Organisation zu beschließen, dass Fehler machen okay ist – wenn die „Häuptlinge“ nicht mitspielen. Natürlich kannst du versuchen, deiner Führungskraft zu erklären, warum es wichtig ist, Fehler zu machen, dass du und das Unternehmen nur davon lernen können und dass er (oder sie) sich deshalb bitte nicht so aufregen soll. Das funktioniert ganz bestimmt! (nicht). Mein Tipp an dieser Stelle: sprich das Thema Fehlerkultur im nächsten Meeting grundsätzlich an. Recherchiere interessante Artikel (oder diesen Blogbeitrag J) zum Thema Fehlerkultur in anderen Unternehmen, und leite diese ans Team (inkl. der Führungskraft) weiter. Steh zu deinen Fehlern – wenn du einen gemacht hast, gehe offensiv damit um, und kommuniziere gleichzeitig, was du beim nächsten Mal anders machen wirst, um den Fehler nicht noch einmal zu machen.

Und wenn du selber Führungskraft bist, und dich manchmal dabei erwischst, Fehler deiner Mitarbeiter nicht durchgehen zu lassen, sondern dann gerne mal aus der Haut fährst: reflektiere dich selbst, warum es dich wütend macht, wenn Fehler passieren. Siehst du diese als ein Zeichen deines eigenen Versäumnisses (weil du die Arbeitslast deiner Mitarbeiter nicht im Blick hattest, nicht dafür gesorgt hast, dass diese gut eingearbeitet sind etc.), und bist eigentlich wütend auf dich selbst? Hast du manchmal selber das Gefühl, nicht gut genug, nicht perfekt genug zu sein, und machst andere (unbewusst) runter, um dich selber zu erhöhen? Bist du eigentlich wegen etwas ganz anderem gestresst, und kannst die zusätzliche Arbeitsbelastung, die das Ausbügeln eines Fehlers mit sich bringt, nun gar nicht gebrauchen? Oder ist es etwas ganz anderes? Sei ehrlich – wenigstens mit dir selbst J

Und übrigens – wenn du Angst hast, dass das Team in Zukunft schlunzig arbeitet, wenn du Fehler nicht mehr ahndest, kann ich dich beruhigen: Untersuchungen haben gezeigt, dass die Fehlerwahrscheinlichkeit sinkt, nachdem Mitarbeiter für ihre Fehler gerügt wurden. Allerdings tut sie das auch, wenn sie nicht gerügt wurden. Warum? Weil wir Menschen in der Regel aus dem lernen, was wir falsch gemacht haben. Und in Zukunft versuchen werden zu vermeiden, das noch einmal zu tun.

Also: Entspannt euch, bitte. Macht Fehler. Lernt daraus. Und habt Spaß an dem, was ihr tut – dann werdet ihr automatisch versuchen, das auch gut zu machen.

Du möchtest unsere Podcastfolge zu diesem Thema hören? Dann geht das hier

Warum reden plötzlich alle über Werte?

Ich habe das Gefühl, das plötzlich alle Welt über Werte spricht. Wir suchen nach dem Sinn des Lebens – und müssen vorher unsere Werte definieren. Wir wollen bei einem attraktiven Arbeitgeber arbeiten – und überprüfen die Unternehmenswerte. Wir haben einen neuen tollen Partner und erzählen begeistert unserer besten Freundin, dass wir die gleichen Werte teilen (war es nicht früher mal ein Auswahlkriterium, ob der Sex gut ist? Aber das ist ein anderes Thema..).

Auch beruflich stelle ich fest, dass das Thema „Werte“ immer häufiger in den Vordergrund rückt: Auftraggeber verlangen in der Konzeptionsphase, in Trainings auf das Wertethema einzugehen und die Teilnehmer darüber arbeiten und reflektieren zu lassen. Im Karrierecoaching erlebe ich ebenso, dass Klienten einen besonderes Augenmerk auf die Werte eines Unternehmens legen, bei dem sie sich bewerben möchten (oder halt eben nicht). Sogar Bastian kam in unserer letzten Podcastfolge (hier ist der Link) mit dem Thema um die Ecke. Warum? Weil ein Klient ihn darauf angesprochen hatte.

Zunächst einmal: Werte sind wichtig. Punkt. Unsere Werte sind unser innerer Kompass und zeigen uns an, was für uns richtig ist. Unsere Werte geben bestimmten Dingen einen Wert,  und können dadurch die Grundlage für unsere Handlungen sein. Unser größter Wert ist Gesundheit? Dann achten wir auf gutes Essen und viel Bewegung. Unser größter Wert ist Familie? Dann tun wir alles dafür, dass wir so viel Zeit wie möglich mit ihr verbringen.

Oder nicht? Aha – da geht es schon los. Jeder interpretiert Werte anders, und bei jedem löst der eigene Wert eine unterschiedliche Handlung aus.

Wenn wir gegen unsere eigenen Werte handeln, fühlen wir uns unwohl. Auch merken wir ganz schnell, ob jemand gegen unsere Werte verstößt, denn auch dann macht sich meist ein unangenehmes Gefühl in der Magengegend breit. Gemeinsame Werte sind auch wichtig für eine Gemeinschaft, denn geben den Dingen einen Wert, und beeinflussen dadurch die Art, wie wir miteinander umgehen, und sind eng mit Ethik und Moral verknüpft (und werden deshalb oft verwechselt). Deshalb ist es gut und wichtig, sich einmal über die eigenen Werte Gedanken zu machen – und vielleicht auch mal ein wenig darüber zu philosophieren. Vielleicht helfen dir meine Fragen ja dabei.

Sind Werte unumstößlich?

Sollten Werte das einzige Entscheidungskriterium sein? Und: kann die Frage nach den eigenen Werten überhaupt abschließend behandelt werden? Ist es nicht vielleicht sogar so, dass sich manche Werte gegenseitig in die Quere kommen – weil sie einander widersprechen? Und sind es dann überhaupt ECHTE Werte, oder nur Lippenbekenntnisse?

Kann eine Firma, wenn sie eine gewisse Größe überschritten hat, überhaupt behaupten, Werte zu haben? Oder müsste man dann nicht vielmehr von Handlungsempfehlungen für die Mitarbeiter sprechen?

Können einzelne Abteilungen nicht auch eigene Werte haben, die vielleicht sogar mit den Werten anderer Abteilungen kollidieren?

Verändern sich Werte durch die Ausübungen eines bestimmten Berufes, oder hängt die Berufswahl von den Werten ab?

Können wir die Werte eines Unternehmens verändern, indem wir dort arbeiten?

Wie wichtig sind uns unsere eigenen Werte – und was sind wir bereit, dafür zu tun?

Verändern sich Werte mit der Zeit, in der wir leben? Hat unsere Elterngeneration andere Werte gehabt? Und die Großeltern? Und die Ur-… – ach, egal.

Verändern sich Werte mit steigendem Lebensalter? Und ändern sich dann die Werte, oder die Gewichtung? Oder die Prioritäten? Oder die Art und Weise, wie wir sie interpretieren?

Ist es wirklich wichtig, dass wir mit unserem Partner die gleichen Werte teilen? Und sind es wirklich die gleichen Werte, die wir teilen, oder „nur“ unsere Vorstellung vom Leben, unsere Träume, die wir gemeinsam haben?

Suchen wir unsere Partner wirklich, WIRKLICH nach den Werten aus? Oder sind es die Hormone, die uns lenken, und wir suchen dann nach einer rationalen Begründung für eine emotionale Entscheidung?

Bedeuten Werte wie „Familie“ oder „Freiheit“ das Gleiche für alle Menschen? Wahrscheinlich eher nicht. Weißt du denn überhaupt genau, was es für DICH bedeutet? Und kann sich DAS im Laufe des Lebens ändern?

Braucht es denn überhaupt die über 400 verschiedenen Werte, die definiert sind (wenn man die Synonyme dazu rechnet, sind es wohl mehr als 1200…)?

Wird zu viel über Werte nachgedacht – oder zu wenig?

Kann man Werte lernen?

Können Kinder andere Werte haben als ihre Eltern? Und wenn ja, warum – wenn Werte doch ganz früh durch Vorbilder entstehen?

Passen die Menschen ihre Werte an ihre Umgebung an? Und wenn ja, waren es dann echte Werte?

Gibt es „coole“ und „uncoole“ Werte?

Wo können sich Menschen über die Werte eines Landes informieren? Und sollten sie ihre Urlaubsentscheidungen davon abhängig machen? Oder werde ich gerade albern?

Nein, jetzt mal im Ernst: sollten Menschen, die auswandern, sich mit den Werten des Landes beschäftigen, in das sie ziehen möchten? Und wenn ja, wie machen sie das?

Hat Deutschland eine Liste von Werten, die man nachlesen kann? Und gibt es überhaupt „deutsche Werte“?

Sind das, was gemeinhin als „Werte“ bezeichnet wird, nicht eher „Normen“, also Regeln und Verhaltensvorschriften?

 

In der WAZ gab es im Januar 2016 mal einen tollen Artikel zum Thema „Werte“, in dem der Philosophie-Professor Andreas Niederberger die Unterschiede zwischen Werten, Normen und Tugenden ganz schön erklärt:

  • Werte geben den Dingen Wert – sie verbieten oder fordern aber nichts Konkretes, um sie zu erreichen. Sie geben keine bestimmte Handlung vor. Sie lassen sich nicht in Vorschriften oder Verbote übersetzen.
  • Normenbestimmen, ob und welche Handlungen richtig oder falsch sind. Sie werden durch Moralauffassungen oder in der Gesellschaft festgelegt, etwa als moralisches Gebot oder Gesetz.
  • Tugendendrücken aus, wie tief Moralität und „gutes“ Handeln in einem Menschen stecken. Tugenden beschreiben sozusagen die Handlungsweise eines Menschen.

So, und jetzt noch einmal zum Thema Werte zurück: ist das, was wir gemeinhin als Wert bezeichnen, nicht manchmal eher eine Norm, oder eine Tugend? Vermischen wir da die Begrifflichkeiten nicht allzu oft? Ist beispielsweise „Pünktlichkeit“ ein Wert, oder eine Tugend? Oder gar eine Norm? Oder alles? Lass mich das mal auseinander klamüsern.

Für den einen könnte Pünktlichkeit ein Wert sein („ich lege Wert auf Pünktlichkeit“). Gleichzeitig könnte es Unternehmensvorgabe sein, pünktlich zur Arbeit zu erscheinen – dann ist es eine Norm. Und es ist dann eine Tugend, wenn jemand immer pünktlich ist. Oder ist Pünktlichkeit nur in den Augen derjenigen eine Tugend, deren Wert das auch ist? Jetzt kommen wir der Sache schon näher, denke ich.

Wenn wir diese Erklärungen zu Rate ziehen, müssen wir uns allerdings die Frage stellen, ob wir bei der Wahl des Arbeitgebers (und des Partners) wirklich auf die WERTE schauen sollten, oder nicht doch lieber auf die NORMEN. Denn wenn Werte keine bestimmte Handlung vorgeben (da ein Wert ja durch unterschiedliche Dinge erreicht werden kann – beispielsweise kann der Wert „Frieden“ mit oder ohne Waffengewalt durchgesetzt werden), können wir ja nicht sicher sein, dass die Werte auch so gelebt werden, wie wir uns das vorstellen. Oder? Ach, ich weiß es auch nicht. Was denkst du?

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